Portugal zählt mit einer Frist von nur zehn Wochen für einen freiwilligen Schwangerschaftsabbruch zu den restriktivsten Ländern Europas. Die Portugiesische Gesellschaft für Kontrazeption (Sociedade Portuguesa da Contraceção, SPDC) fordert nun eine Ausweitung auf mindestens zwölf Wochen, wie sie in den meisten europäischen Ländern üblich ist.
SPDC-Präsidentin Amália Pacheco betonte die Notwendigkeit einer Gesetzesreform. Die aktuelle Regelung stehe im Widerspruch zu den Empfehlungen der WHO und der wissenschaftlichen Evidenz. „Trotz der Fortschritte seit 2007 gibt es noch immer Einschränkungen, die Frauen unnötig belasten“, so Pacheco.
Ein zentrales Problem sei der obligatorische Bedenkzeitraum, der laut SPDC den Zugang verzögert und psychisch belastend wirken kann. Pacheco fordert dessen Abschaffung und eine Vereinfachung der Abläufe: „Frauen haben das Recht auf Autonomie.“
Bereits im Januar war im Parlament über eine Ausweitung auf zwölf oder 14 Wochen diskutiert worden – die Vorschläge wurden jedoch mehrheitlich abgelehnt. 2024 wurden laut Gesundheitsbehörde 17.807 Abbrüche auf Wunsch der Frau durchgeführt – ein Anstieg von 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr.

