Portugal hat zwar Fortschritte im Kampf gegen Korruption gemacht, doch laut einem neuen Bericht des Europarats bleiben zentrale Schwächen bestehen. Der Greco-Bericht (Gruppe Staaten gegen Korruption) bemängelt, dass hochrangige Mitglieder der Regierung und der Sicherheitskräfte weiterhin unzureichend überwacht und zu wenig für Korruptionsprävention in die Pflicht genommen werden. Von 28 Empfehlungen des Europarats wurden bislang nur 18 teilweise umgesetzt. Zwar lobt der Bericht Maßnahmen wie die Schaffung eines nationalen Anti-Korruptionsmechanismus, einer Transparenzbehörde und die Einführung eines Verhaltenskodex, jedoch mangele es weiterhin an praktischer Umsetzung, Kontrolle und klaren Regeln.
Kritisiert werden u. a. fehlende verbindliche Integritätskontrollen für hochrangige Amtträger, ein Mangel an Transparenz bei Lobbying-Aktivitäten, ein fehlender konkreter Korruptionspräventionsplan für die Regierung (2025–2028), unklare Regeln für Geschenke und unvollständige Vermögensoffenlegung sowie die schlechte öffentliche Zugänglichkeit zu Erklärungen über Interessen und Verantwortlichkeiten.
Auch bei den Polizeikräften von PSP und GNR sieht der Bericht Handlungsbedarf: Zwar existieren interne Hinweisgebersysteme und neue Verhaltenskodizes, doch fordert Greco u. a. bessere Gleichstellung, konfidenzielle Beratungsangebote, eine regelmäßige Überprüfung des Personals sowie klare Regeln für Beförderungen, Spenden und Interessenkonflikte.
Der Europarat fordert Portugal auf, die bestehenden Instrumente nicht nur einzuführen, sondern auch effektiv anzuwenden – für mehr Vertrauen in Politik und Polizei.

