Ein neuer Leitfaden zum schonenden Umgang mit Haien und Rochen an Bord von Schleppnetzfischerbooten wurde kürzlich in Portugal vorgestellt. Ziel des Dokuments ist es, die Sterblichkeit dieser empfindlichen Arten zu senken, die häufig unbeabsichtigt als Beifang in der Tiefsee-Fischerei landen.
Der Leitfaden entstand im Rahmen des Projekts DELASMOP, das vom Meeresforschungsverbund CIMAR-LA getragen wird. Beteiligt sind das CCMAR der Universität Algarve und das CIIMAR der Universität Porto. Die Initiative unterstützt nationale und europäische Meeresschutz- und Nachhaltigkeitspolitiken mit wissenschaftlich fundierten Handlungsempfehlungen.
Hintergrund der Veröffentlichung ist der hohe ökologische Preis des Krebstier-Schleppnetzfangs: Bis zu 70 % des Fangs werden wieder über Bord geworfen – darunter viele Arten ohne kommerziellen Nutzen oder mit Schutzstatus. Besonders betroffen sind Haie und Rochen, die laut Erhebungen der Forschenden in 95 % der Fälle tot oder schwer verletzt an Bord kommen.
Mit dem neuen Leitfaden werden praktikable Maßnahmen vorgestellt, um das Überleben der Tiere zu verbessern. Dazu gehören etwa gezielte Fangtiefen, unterschiedliche Maschenweiten und eine verkürzte Schleppdauer. Ebenso wird die Schulung der Fischereicrews im sachgerechten Umgang und in der Artenerkennung empfohlen.
Die Entwicklung des Leitfadens erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Fischereibranche – über Interviews und Workshops konnten Praxiserfahrungen direkt einfließen. So will das Projekt sicherstellen, dass Schutzmaßnahmen nicht nur wissenschaftlich sinnvoll, sondern auch realistisch umsetzbar sind.

