In Portugal ist die Säuglingssterblichkeitsrate im Jahr 2024 zum ersten Mal seit fünf Jahren deutlich gestiegen. Laut aktuellen Zahlen des Nationalen Statistikinstituts INE, die von der Zeitung Correio da Manhã veröffentlicht wurden, starben im vergangenen Jahr 252 Babys unter einem Jahr – ein Anstieg von 20 % gegenüber 2023. Damit liegt die Säuglingssterblichkeitsrate bei 3,0 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten. Im Jahr zuvor hatte sie noch bei 2,5 gelegen.
Besorgniserregend ist dabei insbesondere die Lage in der Region Setúbal, wo die Sterblichkeitsrate mit 3,7 deutlich über dem Landesdurchschnitt und auch über dem europäischen Mittelwert liegt. Dort kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Einschränkungen in den geburtshilflichen Notdiensten – ein Trend, der sich auch in anderen Regionen, besonders im Großraum Lissabon, zeigt.
Fachleute machen vor allem den akuten Ärztemangel in der Gynäkologie und Geburtshilfe für die besorgniserregende Entwicklung verantwortlich. Die Schließung von Notaufnahmen an mehreren Tagen habe die Versorgungssituation verschärft.
Mit dem Anstieg verliert Portugal an Boden bei einem Gesundheitsindikator, in dem das Land bislang zu den Vorreitern zählte. Bereits 2019 lag die Sterblichkeitsrate mit 2,9 leicht höher als im Vorjahr – die aktuellen Zahlen markieren jedoch den höchsten Stand seit 2018, als eine Rate von 3,3 registriert wurde.

