Eine maritime Hitzewelle trifft die Küstenregion der Algarve. Das geht aus Messungen der Seeschifffahrtsbehörde AMN hervor. Diese hat mithilfe einer Boje im Meer vor Faro deutlich erhöhte Werte festgestellt, welche den Durchschnitt der letzten 20 Jahre weit überschreiten.
Zwischen dem 28. Juni und dem 9. Juli wurden Wassertemperaturen von 25,1°C gemessen. Um von einer maritimen Hitzewelle zu sprechen, muss der gemessene Wert höher sein als über 90 % der Werte, die in den vergangenen 20 Jahren im selben Zeitraum vorherrschten. Der aktuelle Wert überschreitet 100 % von ihnen. Selbst der bislang höchste Durchschnittswert von 24,7 wurde übertroffen.
Der Nordatlantik ist so warm wie nie zuvor und Rekordwerte in Luft- und Wassertemperatur werden regelmäßig überschritten. In Anbetracht der Tatsache, dass sich der natürliche Klimawandel in einer Abkühlungsphase befindet, ist dies, auch durch die aktuelle Studienlage belegbar, eine reale Folge des menschengemachten Klimawandels. Zwar führt dies zu angenehmen Badetemperaturen, doch daraus resultieren ernsthafte Veränderungen.
Die Sardine ist als sehr temperaturempfindliche Spezies bekannt. Es ist bereits belegt, dass Bestände bei anhaltender Erwärmung zurückgehen. Sind ihre natürlichen Präferenzen nicht gegeben, so laichen die Fische weniger. Die Larven, die dennoch entstehen, sind auf ein enges Temperaturfenster angewiesen. Wenn dieses entfällt, steigt die Sterblichkeit stark. Gleichzeitig verschiebt sich ihre Laichzeit so, dass sie asynchron zum Futterangebot verläuft und die überlebenden Jungfische eine geringere Überlebenschance haben. Um dem zu entgehen, wandern sie in kühlere Gebiete ab. Diese Trennung von den Laichplätzen verringert die Nachwuchschancen weiter. Dadurch wird die Population instabil und überlebende Fische leiden unter Mangelerscheinungen, die Körperbau und Größe ganzer Generationen verschlechtern.
Dieselben oder ähnliche Folgen sind beispielsweise für Seehechte, Makrelen, Tintenfische, Seebarsche, Garnelen und Muscheln zutreffend.

