Die portugiesische Regierung plant, die Fläche für kontrollierte Feuer gezielt zu verdoppeln und gleichzeitig die extensive Weidewirtschaft aufzuwerten, um die Widerstandsfähigkeit der ländlichen Räume zu erhöhen und Bevölkerung sowie Natur besser vor Waldbränden zu schützen. Das erklärte der Staatssekretär für Forstwirtschaft, Rui Ladeira. Ziel sei es, insbesondere in den sensibelsten Perioden der kommenden Jahre deutlich bessere Ergebnisse beim Schutz von Menschen, Eigentum und natürlichem Erbe zu erzielen und zugleich neue Wertschöpfung im ländlichen Raum zu ermöglichen. Die Maßnahmen sind Teil der nationalen Strategie zur Stärkung der territorialen Resilienz im Rahmen des Programms „Floresta 2050“.
Derzeit werden in Portugal jährlich im Durchschnitt rund 2.500 ha durch kontrolliertes Abbrennen bewirtschaftet. Bereits 2026 soll diese Fläche verdoppelt werden. Kontrolliertes Feuer sei ein wichtiges Instrument der Landschafts- und Waldpflege, insbesondere in Schutz- und Pufferzonen sowie in Bereichen mit hoher Brandgefahr.
Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzinstitut ICNF, Produzentenorganisationen, Gemeinden und interkommunalen Verbänden. Die Maßnahmen sollen sowohl auf öffentlichem und gemeinschaftlichem Land als auch – bei Bedarf – auf privatem Grund Anwendung finden. In diesem Zusammenhang räumte Ladeira ein, dass gesetzliche Anpassungen notwendig seien, vor allem bei Flächen mit unklaren Eigentumsverhältnissen.
Parallel dazu will die Regierung die traditionelle Weidewirtschaft fördern, die Zahl der Nutztiere erhöhen und gezielt junge Menschen für diesen Beruf gewinnen. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen soll so vor allem die Vegetations- und Biomasselast reduziert und damit das Risiko von Waldbränden nachhaltig gesenkt werden.

