Im Privatisierungsverfahren der portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal haben die Lufthansa-Gruppe und Air France-KLM fristgerecht verbindliche Angebote für den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung eingereicht. Die Offerten gingen bei der staatlichen Beteiligungsgesellschaft Parpública ein.
Beide Bieter sichern nach Angaben der portugiesischen Regierung zu, das Drehkreuz von TAP am Flughafen Lissabon zu erhalten und die internationale Anbindung Portugals weiter auszubauen.
Die Lufthansa-Gruppe plant eine langfristige Partnerschaft mit dem Ziel, Lissabon als wichtiges Drehkreuz für Verbindungen nach Nordamerika, Lateinamerika und Afrika zu stärken. Konzernchef Carsten Spohr verweist auf die Erfahrung des Unternehmens bei der Integration von Fluggesellschaften unter Wahrung ihrer nationalen Identität. Zudem hebt Lufthansa ihre bestehende Präsenz in Portugal hervor, wo der Konzern mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt und mit einem neuen Standort von Lufthansa Technik in Santa Maria da Feira bis 2030 über 1.000 weitere Arbeitsplätze schaffen will.
Air France-KLM setzt auf einen umfassenden Integrationsplan für Passagierverkehr, Fracht, Wartung und Kundenprogramme. Der Konzern will Lissabon als exklusives Drehkreuz in Südeuropa etablieren und zugleich den Flugbetrieb in Porto und anderen Regionen ausbauen. Konzernchef Benjamin Smith sieht insbesondere die transatlantische Zusammenarbeit mit Delta Air Lines sowie die Vernetzung des Brasilien-Geschäfts von TAP mit der brasilianischen Fluggesellschaft GOL als Wachstumspotenzial.
Parpública wird die eingereichten Angebote nun innerhalb von 30 Tagen bewerten und der Regierung einen Abschlussbericht vorlegen. Auf dieser Grundlage soll die portugiesische Regierung in den kommenden Monaten über den weiteren Verlauf der Teilprivatisierung entscheiden.

