Ein portugiesisches Forschungskonsortium hat ein bahnbrechendes Diagnosegerät entwickelt, das Infektionserreger und deren Antibiotikaresistenzen innerhalb von nur 30 Minuten erkennen kann. Das tragbare Gerät basiert auf molekularbiologischer Technologie und analysiert mittels einfacher Urinprobe sowohl den verursachenden Keim als auch vorhandene Resistenzgene – ein bedeutender Fortschritt im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR).
Projektleiter Josué Carvalho betont die enorme Zeitersparnis gegenüber bisherigen Methoden, die zwei bis drei Tage dauern: „Unser Test gibt nicht nur Auskunft über das Bakterium, sondern zeigt auch, welches Antibiotikum wirkt – und welches nicht.“ Entwickelt wurde das Gerät im Rahmen des Projekts SMARTgNOSTICS, unter Beteiligung von Forschungseinrichtungen wie dem International Iberian Nanotechnology Laboratory, der Universität Porto, der Universität Minho sowie Industriepartnern und dem Laborunternehmen ALS.
Das Gerät ist für den Einsatz in der ambulanten Versorgung gedacht – in Gesundheitszentren und Notaufnahmen – und unterstützt medizinisches Personal bei der schnellen, zielgerichteten Behandlung. Der Start der klinischen Studien ist für Mitte 2025 geplant, die Markteinführung für das zweite Halbjahr.
Langfristig soll die Technologie auch bei anderen Infektionsarten – etwa Haut- oder Atemwegserkrankungen – sowie in der Veterinärmedizin eingesetzt werden. Dort könnten Tierärzte künftig ebenfalls gezielt gegen bakterielle Infektionen und Resistenzen vorgehen. Ein wichtiger Schritt in Richtung präziser, schneller und verantwortungsvoller Antibiotikatherapie.

