Wissenschaftler des Instituts für Forschung und Innovation im Gesundheitswesen (i3S) der Universität Porto haben eine vielversprechende Strategie für die Entwicklung personalisierter Impfstoffe gegen Darmkrebs bestätigt. Wie das Institut mitteilte, konnten die Forscher dauerhafte immunologische Schwachstellen in Darmtumoren identifizieren, die künftig gezielt für therapeutische Impfstoffe genutzt werden könnten. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Darmtumore mit einer besonders hohen Zahl sogenannter Neoantigene. Dabei handelt es sich um veränderte Moleküle, die vom Immunsystem als fremd erkannt werden können. In vielen Fällen gelingt es dem Körper, solche Krebszellen eigenständig zu beseitigen. Entwickelt sich dennoch ein Tumor, schafft dieser ein immunsuppressives Umfeld, das die natürliche Abwehrreaktion hemmt.
Nach Angaben der Forscher bleiben die Tumorzellen trotz dieses Schutzmechanismuses für das Immunsystem weiterhin erkennbar. Genau hier setzt der neue Ansatz an: Therapeutische Impfstoffe sollen die körpereigene Immunabwehr gezielt aktivieren, damit sie die Krebszellen wieder wirksam bekämpfen kann.
„Jeder Impfstoff muss individuell für den jeweiligen Patienten entwickelt werden“, erklärt Studienleiter José Carlos Machado. Grundlage seien die spezifischen genetischen Veränderungen und Neoantigene des jeweiligen Tumors. Ein einheitlicher Impfstoff werde daher bei unterschiedlichen Patienten nicht die gleiche Wirkung entfalten.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Gut“ veröffentlicht. Nach Einschätzung des i3S liefert sie wichtige Grundlagen für eine neue Generation personalisierter Immuntherapien. Gleichzeitig tragen die Ergebnisse dazu bei, besser zu verstehen, wie sich Tumore unter dem Einfluss des Immunsystems verändern. Langfristig könnte dies den Weg für individuell zugeschnittene Krebsbehandlungen ebnen, die die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers gezielt stärken.

