Die Gesundheitsversorgung in der Algarve hat aus den Jahren 2023 und 2024 noch offene Forderungen in Höhe von rund € 1,23 Mio. gegenüber ausländischen Patienten ohne Wohnsitz in Portugal. Das geht aus einer Prüfung der portugiesischen Gesundheitsaufsicht IGAS hervor.
Die Inspektion untersuchte die Behandlung ausländischer Patienten in den Notaufnahmen des staatlichen Gesundheitsdienstes (SNS) und nahm dabei insbesondere die Unidade Local de Saúde do Algarve unter die Lupe.
Nach Angaben der Prüfer erwirtschaftete die ULS Algarve im Untersuchungszeitraum zwar Einnahmen von rund € 2,36 Mio. durch die Behandlung nicht in Portugal ansässiger Ausländer. Davon seien jedoch bislang Rechnungen im Wert von € 1.234.358 unbezahlt geblieben.
Als Hauptursache nennt die IGAS unzureichende Aufnahmeverfahren, die eine korrekte Rechnungsstellung erschwerten. Sprachbarrieren, fehlende Ausweisdokumente sowie unvollständige oder verweigerte Angaben zu Wohnsitz und Kontaktdaten beeinträchtigten zusätzlich den Einzug offener Forderungen. Die Gesundheitsversorgung für ausländische Patienten sei unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus gesetzlich gewährleistet, betont die Behörde.
Die Zahl der Notfallbehandlungen von Ausländern ohne Wohnsitz in Portugal stieg laut Bericht zwischen 2023 und 2024 um 7,8 % von 17.736 auf 19.111 Fälle. Besonders hoch war die Auslastung in den Sommermonaten. Die meisten Patienten kamen aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Irland.
Die IGAS empfiehlt unter anderem, die Gebühren bereits bei der Aufnahme in die Notaufnahme zu erheben, sofern kein Versicherer oder anderer Kostenträger nachgewiesen wird. Außerdem sollen die Identitätsprüfung verbessert und ein verpflichtender Check-out vor der Entlassung eingeführt werden, um Zahlungsausfälle zu verringern.

