Trotz steigender Treibstoffpreise und wirtschaftlicher Unsicherheiten infolge des Konflikts im Nahen Osten bleiben die Preise im Algarve-Tourismus vorerst stabil. Nach Angaben der Tourismusregion Algarve (RTA) verzichten Hotels und Anbieter touristischer Dienstleistungen bislang darauf, höhere Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, um die Nachfrage nicht zu gefährden. RTA-Präsident André Gomes erklärte, viele Unternehmen würden die zusätzlichen Belastungen derzeit selbst tragen. Sollte die internationale Unsicherheit jedoch länger anhalten, seien Preiserhöhungen in Zukunft kaum zu vermeiden. Für die bevorstehende Sommersaison zeigt sich Gomes dennoch optimistisch. Die Buchungslage liege leicht über dem Vorjahresniveau, und die Region rechne mit einem weiteren, wenn auch moderaten Wachstum bei Gästen und Übernachtungen.
In den ersten vier Monaten des Jahres verzeichnete die Algarve rund 1,2 Mio. Gäste und 4,4 Mio. Übernachtungen. Besonders stark entwickelten sich die Tourismuseinnahmen, die um knapp 7 % auf € 288 Mio. stiegen. Der April war laut Tourismusverband der erfolgreichste April der Region überhaupt.
Wachstumsimpulse kommen weiterhin sowohl vom portugiesischen Binnenmarkt als auch aus dem Ausland. Besonders die Märkte Großbritannien, USA und Kanada entwickeln sich positiv. Gleichzeitig wurde das Flugangebot zum Flughafen Faro für die Sommersaison um rund 400.000 zusätzliche Sitzplätze erweitert. Neue Verbindungen, unter anderem nach Rumänien und Polen, sollen die internationale Nachfrage weiter stärken. Kritisch äußerte sich Gomes dagegen über die aus seiner Sicht unzureichende Präsenz der portugiesischen Fluggesellschaft TAP in Faro. Zwar begrüßte er die Ausweitung der Verbindung nach Madeira, fordert jedoch seit Jahren zusätzliche internationale Strecken, insbesondere eine Direktverbindung zwischen der Algarve und Brasilien.

