Die Tourismushochburg Albufeira verschärft noch vor Beginn der Sommersaison die Regeln für das Nachtleben. Mit einer Übergangsverordnung hat die Stadtverwaltung neue Öffnungs- und Lärmschutzbestimmungen für die Ausgehviertel Oura, Avenida Sá Carneiro sowie die Altstadt eingeführt. Die Maßnahmen stoßen bei vielen Geschäftsleuten auf scharfe Kritik. Künftig müssen Convenience Stores, Minimärkte und Spirituosengeschäfte bereits um 23 Uhr schließen. Bars dürfen nur noch bis 3 Uhr morgens geöffnet bleiben, Diskotheken bis 5 Uhr. Zudem werden strengere Lärmschutzauflagen eingeführt. Noch im Juni sollen die betroffenen Betriebe Lärmbegrenzer und Messgeräte installieren. Bürgermeister Rui Cristina hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, gegen die ausufernden Begleiterscheinungen des Partytourismus vorzugehen. Nach Angaben der Stadtverwaltung seien die Maßnahmen längst überfällig, um die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern und öffentliche Ordnung sicherzustellen.
Die betroffenen Unternehmer zeigen sich jedoch überrascht von der schnellen Umsetzung. Zwar räumen sie ein, dass es in der Vergangenheit Probleme und Exzesse gegeben habe, beklagen aber fehlende Konsultationen und eine zu kurze Übergangsfrist. Branchenvertreter sprechen von „Panik und Angst“ angesichts möglicher Umsatzeinbußen mitten in der wichtigsten Saison des Jahres.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Albufeira aufgrund wiederholter Zwischenfälle einen Verhaltenskodex für den öffentlichen Raum eingeführt. Die Stadt setzt nun ihren Kurs zur stärkeren Regulierung des Nachtlebens fort. Die Handelsvereinigung von Albufeira verweist darauf, dass die Stadt allein im vergangenen Sommer mehr als 3,2 Mio. Übernachtungen verzeichnete. Für die diesjährige Hochsaison werden sogar rund 4 Mio. Besucher erwartet.

