Nach der Übertragung der Leitung des Krankenhauses von São João da Madeira an die União das Misericórdias Portuguesas befürchten zwei portugiesische Gewerkschaften eine ähnliche Entwicklung in der Algarve. Die Gewerkschaft der Pflegekräfte (SEP) und die Föderation der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (FNTFPS) warnen, dass auch die Unidade Local de Saúde do Algarve (ULS Algarve) künftig in private Hände übergehen könnte.
Auslöser sind Äußerungen des Präsidenten der União das Misericórdias Portuguesas, Manuel Lemos, der sich öffentlich bereit erklärt hatte, die ULS Algarve zu übernehmen – gemeinsam mit privaten Gesundheitskonzernen, die bereits in der Region tätig sind. Nach Ansicht der Gewerkschaften könnten dabei unter anderem die Klinikgruppen CUF, Luz und Lusíadas eingebunden werden.
Die Arbeitnehmervertreter sehen darin Hinweise auf eine schrittweise Privatisierung des regionalen Gesundheitsverbunds und fordern Transparenz über ein mögliches Vergabeverfahren. Zudem äußern sie Sorge um die Arbeitsverträge der Beschäftigten. Insbesondere sei unklar, ob Mitarbeiter mit Individualarbeitsverträgen im Falle einer Privatisierung zu einem privaten Betreiber wechseln müssten und welche Folgen dies für ihre Arbeitsbedingungen hätte.
Nach Angaben der Gewerkschaften leidet das öffentliche Gesundheitswesen in der Algarve weiterhin unter einem erheblichen Personalmangel, insbesondere bei Pflegekräften, medizinisch-technischem Personal und Gesundheitsassistenten. Für den 7. August haben die beiden Organisationen ihre Teilnahme an einer Protestkundgebung in Faro angekündigt.

