Der Widerstand gegen das portugiesische Pfand- und Rücknahmesystem Volta wächst: Eine öffentliche Petition zur Abschaffung des Systems hatte gestern 22.055 Unterschriften erreicht. Damit wurde die gesetzlich erforderliche Mindestzahl von 7.500 Unterstützern deutlich überschritten, sodass sich nun das Parlament mit dem Anliegen befassen muss.
Die am 8. Mai 2026 gestartete Petition gewann allein in den vergangenen Tagen fast 9.000 weitere Unterstützer hinzu. Die Initiatoren fordern die Aussetzung des derzeitigen Systems und die Entwicklung eines neuen Modells für das Verpackungsmanagement, das aus ihrer Sicht transparenter, ausgewogener und stärker am Verbraucherschutz ausgerichtet sein soll.
Kritisiert wird unter anderem, dass Verbraucher das Pfand zunächst vorfinanzieren müssen und die Rückgabe der Verpackungen für manche Nutzer mit Schwierigkeiten verbunden sei. Zudem verlangen die Petenten eine unabhängige Prüfung der finanziellen, operativen und ökologischen Arbeit der Betreibergesellschaft SDR Portugal sowie mehr Verantwortung der Hersteller. Als Alternativen schlagen sie unter anderem den Ausbau intelligenter Recyclingcontainer und anderer Sammelsysteme ohne verpflichtendes Pfand vor.
Mit dem Erreichen der erforderlichen Unterschriftenzahl muss das Parlament die Petition nun behandeln. Eine Debatte oder Gesetzesänderung ist damit jedoch nicht automatisch verbunden.
Das Volta-System wurde eingeführt, um die Rückgabe bestimmter Getränkeverpackungen zu fördern und die Recyclingquote im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zu erhöhen. Während die zuständigen Behörden das System als wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung bewerten, zeigt die wachsende Petition, dass ein Teil der Verbraucher das Modell ablehnt.

