Die Stadt Albufeira hat seit dem 23. Juli die Zufahrt für TVDE-Fahrzeuge (plattformbasierte Fahrdienste wie Uber oder Bolt) in mehreren besonders stark frequentierten Bereichen der Innenstadt eingeschränkt. Die Maßnahme soll nach Angaben der Stadtverwaltung die Verkehrssicherheit verbessern und den Verkehrsfluss während der Sommermonate entlasten. Der portugiesische Verband der TVDE-Unternehmen (APTAD) kritisiert die Regelung hingegen als „diskriminierend“ und kündigt Widerstand an.
Bürgermeister Rui Cristina begründet den Schritt mit dem starken saisonalen Anstieg von TVDE-Fahrzeugen aus dem ganzen Land. Viele Fahrzeuge würden ohne Fahrgäste durch die Innenstadt fahren oder an ungeeigneten Stellen warten, wodurch Staus entstünden, Straßen blockiert und selbst Einsatzfahrzeuge behindert würden.
Die Einschränkung gilt in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden unter anderem für die Altstadt, den Bereich Pau da Bandeira, den südlichen Abschnitt der Avenida da Liberdade, die Rua da Oura sowie Zufahrten zur Avenida dos Descobrimentos. Fahrgäste müssten laut dem Bürgermeister höchstens etwa 150 Meter zu den Fahrzeugen laufen. Die Regelung sei „nur der erste Schritt“ und gelte auf unbestimmte Zeit.
Branche spricht von Diskriminierung
Die APTAD erkennt zwar die Verkehrsprobleme in Albufeira während der Hauptsaison an, hält das Fahrverbot jedoch für unverhältnismäßig. Die Einschränkung betreffe ausschließlich TVDE-Fahrzeuge, nicht jedoch Taxis, Privatwagen oder Mietfahrzeuge, obwohl auch diese zum Verkehrsaufkommen beitrügen. Wenn Staus das Problem seien, müsse der gesamte Verkehr geregelt werden und nicht nur eine einzelne Fahrzeugkategorie.
Rui Cristina entgegnet, dass Taxis über feste Taxistandplätze verfügten und deshalb anders behandelt würden.
Nach Auffassung der APTAD fehlt der Stadt zudem die rechtliche Grundlage für ein solches Verbot. Statt Zufahrtsbeschränkungen fordert der Verband u. a. eine Begrenzung der Zahl aktiver TVDE-Fahrzeuge auf den Plattformen – nach eigenen Angaben sind derzeit rund 38.000 Fahrzeuge in Portugal registriert –, einen Mindestpreis pro Fahrt sowie ausgewiesene Halte- und Abholbereiche und eine konsequente Ahndung von Falschparkern unabhängig von der Fahrzeugart.
Die Stadt hat bereits entsprechende Verkehrsschilder aufgestellt. Die Einhaltung der neuen Regelung wird von der GNR überwacht. Unterdessen laufen Gespräche mit den Plattformbetreibern, um die Auswirkungen auf die Fahrer möglichst gering zu halten.
Für den 24. Juli ist vor dem Rathaus von Albufeira eine Protestkundgebung gegen die neuen Zufahrtsbeschränkungen angekündigt.

