Die Gesundheitsbehörden in der Algarve haben ihren Sommer-Notfallplan aktiviert. Hintergrund ist der massive Bevölkerungsanstieg in der Ferienzeit: Während landesweit der Januar als Spitzenmonat für Krankenhausbesuche gilt, verdoppelt oder verdreifacht sich die Einwohnerzahl an Portugals Südküste im August durch den Tourismus. Um den erwarteten Andrang abzufangen, sind die Notaufnahmen in Vila Real de Santo António, Faro, Loulé, Albufeira, Portimão und Lagos rund um die Uhr geöffnet. Zusätzlich verstärken mehrere Gesundheitszentren – darunter in Albufeira, Faro, Olhão, Lagos und Portimão – die Betreuung von nicht ortsansässigen Patienten. Auch in den stark frequentierten Urlaubsorten Quarteira und Altura werden ergänzende medizinische Dienste eingerichtet. Zur Entlastung der Notaufnahmen entstehen in Faro zudem 20 zusätzliche Betten für stationäre Patienten. Gleichzeitig kündigte die regionale Gesundheitsbehörde mehr als 100 neue Stellen für Fachärzte an – ein Rekordwert für die Algarve.
Allerdings bleibt der Personalmangel das größte Problem. Die portugiesische Pflegegewerkschaft SEP spricht von einem Defizit von rund 1.500 Pflegekräften in der Region, während die zuständige lokale Gesundheitseinheit ULS lediglich von etwa 200 offenen Stellen ausgeht. Auch bei Ärzten verschärft sich die Lage im Sommer regelmäßig.

