Umweltministerin Maria da Graça Carvalho hat Wasser als eine der zentralen Zukunftsaufgaben des Landes bezeichnet und umfangreiche Investitionen in die Wasserinfrastruktur angekündigt. Bei der Eröffnung der Nationalen Landwirtschaftsmesse in Santarém erklärte sie, die nationale Wasserstrategie sei „kein bloßes Absichtspapier, sondern ein konkreter Umsetzungsplan“, bei dem bereits zahlreiche Projekte in Arbeit seien. Im Fokus stehen Vorhaben in mehreren Regionen des Landes. Allein in der Algarve laufen derzeit Maßnahmen im Wert von rund € 800 Mio. Dazu gehören Projekte zur Wiederverwendung von Abwasser, zur Modernisierung von Wasserinfrastrukturen sowie zur besseren Nutzung vorhandener Wasserressourcen. Der Schwerpunkt der Investitionen verlagere sich nun zunehmend in den Alentejo, sagte die Ministerin. Dort wird unter anderem die Pisão-Talsperre gebaut, ein Projekt, das nach Angaben der Ministerin seit rund 70 Jahren diskutiert wird. Hinzu kommen weitere Wasserprojekte der öffentlichen Wassergesellschaften im Alentejo mit einem Gesamtvolumen von mehr als € 250 Mio. Zudem soll in Kürze der Bau der Girabolhos-Talsperre im Einzugsgebiet des Mondego gestartet werden. Das Vorhaben soll dem Hochwasserschutz, der Trinkwasserversorgung und der Energieerzeugung dienen.
Auch für die Landwirtschaft kündigte Carvalho zusätzliche Maßnahmen an. Aufgrund verbesserter Wasserreserven seien die meisten Einschränkungen bei der Entnahme von Grundwasser inzwischen aufgehoben worden. Gleichzeitig werde die maximale jährliche Wassermenge des Alqueva-Systems von 620 auf 730 Hektometerkubikmeter erhöht. Dadurch könne das seit Jahrzehnten geforderte Bewässerungsprojekt im Raum Moura umgesetzt werden.

