Die Auswirkungen des landesweiten Generalstreiks sind seit heute früh, 2. Juni 2026, deutlich im portugiesischen Verkehrssektor spürbar. Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft CP fielen bis 12 Uhr insgesamt 74 Zugverbindungen aus, was rund 13,7 % des geplanten Angebots entspricht. Besonders betroffen sind die Fernverkehrszüge sowie die Vorortverbindungen im Großraum Porto. Die vorgeschriebenen Mindestdienste wurden laut CP jedoch vollständig gewährleistet. Auch im Regional- und Interregionalverkehr kommt es im Laufe des Tages zu zahlreichen Zugausfällen. Die CP warnt zudem, dass die Beeinträchtigungen voraussichtlich bis Donnerstag andauern werden. Der Donnerstag ist in Portugal ein Feiertag.
Fahrgäste mit bereits gekauften Tickets können ihre Reise kostenfrei umbuchen oder eine Rückerstattung beantragen, teilte das Unternehmen mit. Neben dem Bahnverkehr sind auch die städtischen Verkehrsbetriebe betroffen. Die Verkehrsgesellschaft STCP in Porto bestätigte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender RTP Einschränkungen im Busverkehr. Die U-Bahnen in Lissabon und Porto stellen ihren Betrieb am Dienstag früher als üblich ein. In Lissabon endet der Verkehr bereits um 23 Uhr. Die Wiederaufnahme des regulären Betriebs ist für Donnerstag vorgesehen. In Porto verkehren die letzten Metro-Züge je nach Linie zwischen 22 und 23 Uhr. Die Betreibergesellschaft der Metro Lissabon kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen, keine Mindestdienste für den Streik angeordnet zu haben. Auch die Fährgesellschaft Transtejo will rechtliche Schritte prüfen.
Für den Metrobus-Betrieb im Raum Coimbra werden die konkreten Auswirkungen des Streiks noch geprüft. Das zuständige Schiedsgericht hat dort jedoch Mindestdienste angeordnet.
Der Generalstreik betrifft mehrere Sektoren des öffentlichen Dienstes und sorgt landesweit für Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen informieren.

