Portugal und Spanien haben auf dem Iberischen Gipfel die Gründung einer gemeinsamen europäischen Gigafabrik für Künstliche Intelligenz beschlossen. Das Projekt sieht ein Investitionsvolumen von rund € 8 Mrd. vor und soll die Iberische Halbinsel zu einem führenden Technologie- und Innovationsstandort für KI machen. Ziel ist es, nicht nur Rechenzentren zu errichten, sondern ein integriertes Ökosystem zu schaffen, das Forschung, Entwicklung und den Einsatz hochmoderner KI-Modelle kombiniert.
Die Initiative wird paritätisch zwischen beiden Ländern umgesetzt, wobei Infrastruktur, Ressourcen und Know-how gleichmäßig verteilt werden sollen. Laut Regierungsvertretern handelt es sich um das größte gemeinsame Investitionsvorhaben in der Geschichte der beiden Länder. Neben der physischen Ausstattung der Gigafabrik – Hochleistungsrechenzentren und Serverinfrastruktur – sollen auch Softwareentwicklung und die Schaffung von Algorithmen und Sprachmodellen gefördert werden.
Die Gigafabrik soll die technologische Souveränität Südeuropas stärken und die Abhängigkeit von externen Technologieanbietern reduzieren. Beide Regierungen betonen, dass das Projekt auch qualifizierte Fachkräfte anziehen und den wissenschaftlich-technologischen Austausch auf der Iberischen Halbinsel fördern wird. Durch die Verbindung von Energiekompetenz, internationaler Vernetzung und digitaler Infrastruktur soll die Region zu einem global wettbewerbsfähigen Standort für KI werden.
Mit der Gigafabrik wollen Portugal und Spanien nicht länger nur Konsumenten, sondern aktive Produzenten kritischer Technologieinfrastruktur sein. Das Projekt wird als zentraler Baustein der neuen europäischen Strategie für „offene Souveränität“ gesehen, die technologische Unabhängigkeit, Innovation und digitale Wertschöpfung in einem europäischen Rahmen vorantreibt. Das ambitionierte Vorhaben signalisiert die Absicht beider Länder, ihre Rolle in der globalen KI-Landschaft zu festigen und die Iberische Halbinsel als Hotspot für Forschung und Industrie zu positionieren.

