Die portugiesische Regierung plant bis Ende 2025 eine umfassende Reform des Katastrophenschutzes. Wie Staatssekretär Rui Rocha ankündigte, soll die neue Organisationsstruktur der Autoridade Nacional de Emergência e Proteção Civil (ANEPC) noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Ziel sei es, die Einsatzfähigkeit in Krisensituationen – insbesondere bei Waldbränden – zu verbessern.
Zentraler Punkt der Reform ist eine mögliche Überarbeitung der derzeitigen territorialen Einteilung. Die von der Vorgängerregierung eingeführte Auflösung der 18 Distriktkommandos zugunsten von 24 subregionalen Kommandos hatte in der Praxis offenbar nicht immer die gewünschten Effekte. Rocha betonte, dass es Berichte gebe, wonach die aktuelle Struktur den Einsatzkräften bei der Brandbekämpfung nicht überall geholfen habe, schnell und effizient zu handeln.
Neben der territorialen Neuordnung plant die Regierung, eine langjährige Forderung der Feuerwehrverbände umzusetzen: die Schaffung eines eigenen, autonomen Kommandos für die Feuerwehr innerhalb der ANEPC. Diese Maßnahme soll die Rolle der Feuerwehr im Katastrophenschutz stärken und ihre operative Einbindung verbessern. Die Reform soll noch im Winter umgesetzt werden, um nicht mit der nächsten Waldbrandsaison zu kollidieren. Eine Bewertung der diesjährigen Brände, bei denen fast 270.000 Hektar Land zerstört wurden, soll laut Rocha zu gegebener Zeit erfolgen. Aktuell sei das Einsatzsystem noch aktiv, weshalb eine abschließende Analyse verfrüht wäre. Rocha versprach jedoch eine „ernsthafte und verantwortungsvolle“ Auswertung der Ereignisse.
Mit der neuen Gesetzesstruktur hofft die Regierung, den Katastrophenschutz in Portugal zukunftsfähig zu machen – sowohl auf struktureller als auch auf operativer Ebene.

