In Portugal ist die Zahl der registrierten Gewalt- und Straftaten gegen Kinder und Jugendliche in den vergangenen vier Jahren um 52,4 % gestiegen. Das geht aus Daten der Associação Portuguesa de Apoio à Vítima (APAV) hervor. Zwischen 2022 und 2025 unterstützte die Hilfsorganisation 13.039 minderjährige Opfer, während insbesondere Fälle sexuellen Missbrauchs stark zunahmen. Insgesamt wurden 23.935 Straftaten erfasst, vor allem häusliche Gewalt (61,7 %) und Sexualdelikte (31,8 %). Besonders deutlich stieg der sexuelle Missbrauch von 390 Fällen im Jahr 2022 auf 864 im Jahr 2025. Die Mehrheit der Opfer waren Mädchen, während 39,9 % der Betroffenen Jungen waren. Fälle mit anderer Geschlechtsidentität oder ohne Angabe spielten statistisch nur eine geringe Rolle.
Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen. mit 30,9 %, gefolgt von Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren (26,9 %), null bis fünf Jahren (20,3 %) sowie Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren (21,9 %).
Bei den identifizierten Tätern handelte es sich überwiegend um Männer (61,9 %). In 39,6 % der Fälle war ein Elternteil – Mutter oder Vater – die tatverdächtige Person. In 7,7 % der Fälle wurden Stiefmutter oder Stiefvater als Täter genannt, in 3,1 % der Fälle handelte es sich um Schul- oder Arbeitskollegen.
Regional wurde der höchste Anteil der Straftaten im Distrikt Faro mit 24,4 % registriert, gefolgt von Lissabon (14,5 %) und Braga (10,2 %).
APAV bietet kostenlose und vertrauliche Unterstützung an und ist über die Hotline 116 006 erreichbar.

