Die Landwirtschaft im Süden Portugals ist ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor – das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) im Auftrag der Kommission für Koordination und Regionalentwicklung Algarve (CCDR Algarve). Im Jahr 2023 trug der Agrarsektor im Algarve beeindruckende € 811 Mio. zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, schuf rund 31.000 Arbeitsplätze und verteilte € 445 Mio. an Löhne – ein signifikanter Beitrag zur nationalen Einkommensverteilung.
Vorgestellt wurde die Studie nun im Rahmen der Konferenz „Agricultura – Um Ativo Estratégico para o Algarve“ im Convento de São José in Lagoa, eingebettet in das Programm der FATACIL 2025. Rund 80 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft diskutierten über die Zukunft und Bedeutung der Branche. Laut Studie ist die Landwirtschaft nach dem Tourismus der zweitwichtigste Wirtschaftszweig der Region – besonders widerstandsfähig in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie. Trotz Herausforderungen wie Wasserknappheit und Klimawandel bleibt sie wachstumsstark und macht 4 % des regionalen BIPaus – mehr als im Landesdurchschnitt.
Zitrusfrüchte dominierenmit 38 % der Anbaufläche und stellten 2023 76 % der nationalen ProduktionSubtropische Früchte, allen voran Avocados, verzeichneten in zehn Jahren ein Produktionswachstum von über 96 %. Auch der Export boomt: Der Wert ausgeführter Agrarprodukte – insbesondere Zitrus – hat sich zwischen 2017 und 2023 fast verdoppelt.

