Eine Aufnahme einer deutschen Touristin hat zur Entdeckung einer bislang unbekannten Pflanzenart in der Serra de Monchique geführt: Linaria alfercensis. Die Fotografie von Christiane Schumacher war im März 2023 während einer Reise durch die Iberische Halbinsel entstanden und auf der Plattform für Bürgerwissenschaften iNaturalist veröffentlicht worden.

Dort wurde der Botaniker João Farminhão auf die Aufnahme aufmerksam. Er vermutete, dass es sich bei der abgebildeten Pflanze um eine bislang nicht beschriebene Art der Gattung Linaria handeln könnte. Ein Jahr später suchte er den Fundort am Cerro do Castelo in Alferce bei Monchique auf und entdeckte dort eine kleine Population der Pflanze.
Die neue Art erhielt den Namen Linaria alfercensis, portugiesisch ansarina-de-alferce, nach dem Ort Alferce. Charakteristisch sind ihre gelben, gepunkteten Blüten mit zwei dunklen Streifen im unteren Bereich. Auch ihr aufrechter Wuchs unterscheidet sie von verwandten Arten.
Die anfängliche Vermutung wurde anschließend durch die Untersuchung von Herbarmaterial, Aufzeichnungen aus der Bürgerwissenschaft und DNA-Analysen bestätigt. Die genetische Untersuchung ordnete die Pflanze einem eigenen Zweig zu. Sie steht zwei weiteren in der Algarve endemischen Linaria-Arten nahe: Linaria algarviana und Linaria bimaculata.
Nach Angaben Farminhãos hängt die Verbreitung der Pflanze insbesondere von den jeweiligen Böden ab. Linaria alfercensis wächst vor allem auf nährstoffarmen, sauren Böden, die mit dem Nephelinsyenit verbunden sind – einem Gestein von Monchique.
Die Entdeckung wirft zugleich Fragen zum Schutz der neuen Art auf. Die Wissenschaftler schlagen vor, Linaria alfercensis als „gefährdet“ einzustufen. Denn nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es lediglich einige Dutzend blühende Exemplare. Zu den Gefahren zählen insbesondere Eukalyptusbestände, die invasive Mimosen-Akazie sowie Waldbrände in der Algarve.
Die Gemeinde Monchique hat inzwischen Schutzmaßnahmen an dem Ort eingeleitet, an dem sich der Schwerpunkt der Population befindet.

