Die in Portugal eingeführte Plastiktüten-Gebühr zeigt nach Ansicht von Umweltschützern nicht mehr die gewünschte Wirkung. Die Umweltorganisation Zero warnt, dass sich der Konsum trotz der Gebühr wieder normalisiert habe – und fordert nun eine deutliche Erhöhung. Die Abgabe von derzeit acht Cent pro Plastiktüte (zuzüglich Mehrwertsteuer) wurde 2015 eingeführt, um den Verbrauch zu senken und den Umstieg auf wiederverwendbare Alternativen zu fördern. Anfangs führte die Maßnahme tatsächlich zu einem spürbaren Rückgang. Inzwischen habe sich das Verhalten der Konsumenten jedoch angepasst: Plastiktüten würden wieder zunehmend genutzt und seien „normaler“ Bestandteil des Einkaufs geworden. Nach aktuellen Daten ist der Verbrauch zuletzt sogar wieder gestiegen. Damit verfehlt die Maßnahme aus Sicht der Umweltschutzorganisation ihr ursprüngliches Ziel, den Plastikverbrauch nachhaltig zu reduzieren. Zero plädiert daher für eine spürbare Anhebung der Gebühr, um erneut einen Lenkungseffekt zu erzielen. Diskutiert wird auch, die Abgabe auf weitere Einwegprodukte auszuweiten. Nur so könne verhindert werden, dass sich umweltschädliche Konsumgewohnheiten weiter verfestigen. Die Debatte fällt in eine Phase, in der Portugal generell nach neuen Wegen sucht, Plastikmüll zu reduzieren. Neben finanziellen Anreizen werden auch strukturelle Maßnahmen diskutiert, etwa der Ersatz klassischer Plastiktüten durch alternative Materialien. Für Experten ist klar: Ohne zusätzliche Maßnahmen droht die bisherige Steuer ihre Wirkung endgültig zu verlieren – und damit ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Plastikabfälle zu verpuffen.

