Kunst im ESA-Büro

0

Algarve-Talente stellen aus

Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt, wollen wir in unseren neuen Räumlichkeiten verborgenen, bekannten und weniger bekannten Algarve-Künstlern eine Bühne – Verzeihung – eine Fläche bieten, um sich zu präsentieren. Die erste Künstlerin, die sich aber nicht als solche bezeichnet, ist Andrea Laudwein Fernandes

Bin ich eine Künstlerin?“, fragt Andrea lächelnd und fügt noch im selben Atemzug hinzu „was ist überhaupt Kunst?“ Sie erinnert sich an ein Kunststück, das sie einst in einer Ausstellung sah: Eine weiße Leinwand mit einem kleinen Loch, das gelb umrandet war. „Dieses Stück hat mich pikiert“, erinnert sie sich. „Was wollte der Künstler damit aussagen oder erreichen, dachte ich. Und genau das wollte er, dass der Betrachter nicht einfach vorbeiläuft, sondern ins Grübeln kommt. Sein Bild zog meine Aufmerksamkeit auf sich und weckte Gefühle. So sollte es immer sein. Ich hoffe, dass meine Bilder schöne Gefühle beim Betrachter auslösen“, so Andrea.
Ihre Gemälde sind durch Licht und Weite geprägt. Es sind Bilder, die Ruhe ausstrahlen und uns träumen lassen. Die Hauptrolle nimmt meistens der Himmel ein. Andrea malt ihn in warmen Tönen bei Sonnenaufgang oder Untergang und immer bewölkt, denn Andrea liebt die Formen, die die Wolken bilden. Es sind diese kleinen Dinge im Leben, die ihr Freude bereiten. „Ich bin ein sehr dankbarer Mensch, der sich über kleine schöne Momente freut, wie ein Lichtstrahl, der auf das Wasser fällt. Just moments ist mein Motto“, erzählt Andrea.
Ihr neuestes Bild, das bei ESA ausgestellt ist, trägt den Titel „Stormy Times“. In diesem teilt sich der Himmel die Leinwand mit einer stürmischen See. Entstanden ist dieses Gemälde durch die aufgewühlten Gefühle, die die Pandemie in ihr verursachte. „Es war ein stürmisches Jahr für uns alle. Ich habe meine Gefühle auf der Leinwand verarbeitet. Mit jedem Pinselstrich fühlte ich mich besser und ich habe etwas Positives daraus gemacht, das mir Freude bringt. Und hoffentlich auch anderen“, wünscht sich Andrea.
Ihr verborgenes Talent entdeckte Andrea Ende 2012, als sie beschloss ein Malatelier in Lagos zu besuchen. „Es war der Geruch“, erinnert sie sich. „Ich verliebte mich in den Geruch der Ölfarben.“
Bis heute ist Andrea von diesen Farben fasziniert und malt ausschließlich in Öl. Auch ihr Malprozess hat sich nicht verändert. „Ich male nicht nach Vorlagen oder Plänen. Vielmehr sind es einfach Bilder, Erinnerungen, die mir in den Kopf kommen, oder Gefühle, die in mir aufsteigen“, versucht sie zu erklären. Nach den ersten Pinselstrichen lässt sie sich einfach von den Farben leiten und vermischt diese auch direkt auf der Leinwand.
Zwei Jahre nachdem sie das erste Gemälde im Atelier gemalt hatte, wagte sie sich, ihre erste Ausstellung zu organisieren. Es folgten weitere im Kulturzentrum, in der Galerie der Marina und im Armazém Regimental in Lagos. Derzeit ist keine geplant. Die Pandemie lässt es nicht zu, aber Andrea geht es in erster Linie auch nicht darum. Sie malt, weil sie immer noch in den Geruch der Ölfarben verliebt ist und das Malen ihr Freude bringt. Bei ESA sind vier ihrer Werke bis Ende Februar zu sehen – und zu erstehen.

Wer Interesse hat, seine Kunst im neuen ESA-Büro auszustellen, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

 

Share.

Comments are closed.

Scroll Up