Ferragudo gegen Kreuzfahrtschiffe

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Um in Zukunft größere Kreuzfahrtschiffe in Portimão begrüßen zu können, soll die Mündung des Arade-Flusses ausgebaggert und erweitert werden. Im Rahmen der öffentlichen Konsultation zur Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) dieses Projektes, sprach sich die Gemeinde von Ferragudo gegen das Vorhaben aus.
Die Junta de Freguesia von Ferragudo befürwortet zwar die Ausbaggerung der Flussmündung, kritisierte aber, dass das Projekt sich lediglich auf Kreuzfahrtschiffe konzentriert und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, die Biodiversität und die Anwohner – vor allem auf die Fischer – durch eine Zunahme der Kreuzfahrtschiffe nicht in Betracht zieht.
In der UVS sei kein Katastrophenschutzplan – sowohl während der Bauphase als auch für danach – berücksichtigt, um beispielsweise Überschwemmungen vorzubeugen, die angesichts der geplanten Veränderungen im Flussbett in Zukunft größere Auswirkungen haben könnten. Auch die Möglichkeit einer Ölpest sei im Dokument nicht erwogen. Die Gemeinde weist zudem auf die von Kreuzfahrtschiffen verursachte Umweltverschmutzung hin und beruft sich dabei auf eine Studie des Marine Pollution Bulletin, laut der die Kohlendioxid-Emissionen eines Kreuzfahrtschiffes so hoch wie die von mehr als 12.000 Fahrzeugen ist und ein Kreuzfahrtschiff mit 2.700 Passagieren an einem Tag eine Tonne Abfall produziert.
Laut der UVS sollen in Zukunft 219 statt 80 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr in Portimão andocken. Dies würde die dreifache Verschmutzung mit sich bringen. In einer Zeit, in der Portugal und die ganze Welt darum bemüht seien den Klimawandel zu bekämpfen, müsste die Region auf einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus, nicht auf einen Massentourismus durch Kreuzfahrtschiffe, setzen. Die Gemeinde befürchtet auch, dass während der Arbeiten im Fluss der Strand Praia Grande einer „Baustelle“ gleichen und es zu Wassertrübungen kommen wird. Der Strand, der mit dem Qualitätssiegel Blaue Flagge gekennzeichnet ist, dürfte auch nach der Fertigstellung nicht mehr zum Baden einladen, da die Schiffsschrauben der größeren Passagierschiffe den Flussgrund aufwühlen und somit das Wasser verschmutzen würden. Die Gemeinde schlägt daher eine wirtschaftliche und finanzielle Studie über die Betriebskosten des Kreuzfahrthafens unter Berücksichtigung der notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt, der Strände, der Bevölkerung, der Fischerei- und Tourismusaktivitäten sowie des archäologischen Erbes und der biologischen Vielfalt an der Mündung des Arade vor, um die Rentabilität des gesamten Projektes zu überprüfen.
Das Rathaus von Lagoa sprach sich ebenfalls gegen das Projekt aus. Zwar seien bereits einige der vom Rathaus eingereichten Veränderungsvorschläge im Projekt aufgenommen worden, doch die negativen Auswirkungen des Projektes seien weiterhin größer als die eventuellen Vorteile für den Bezirk Lagoa. Die Ausbaggerung sei beispielsweise von Mai bis September rund um die Uhr geplant, was dem Tourismus – vor allem während der Hochsaison – schaden würde.
Das Projekt wird nun noch einmal geändert, um dann erneut einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen zu werden.

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