Ein Dorf unter Wasser

Nach der Aldeia da Luz im November 2002, soll nun Ribeira de Baixo im nordportugiesischem Distrikt Vila Real für den Bau des Daivões-Stausees am Tâmega-Fluss überflutet werden. Die Bewohner müssen ihre Häuser bis Mitte Januar 2020 verlassen. Viele davon haben ihr Leben lang im Ausland gearbeitet, um sich ein Haus in der Heimat leisten zu können. Anders als in Aldeia da Luz, wo drei Kilometer vom alten Dorf entfernt ein neues gebaut und die Bevölkerung umgesiedelt wurde, erhalten die Bewohner von Ribeira de Baixo eine Entschädigung. Diese soll jedoch unter dem Marktwert liegen und für den Bau eines neuen Hauses nicht ausreichen, klagen die Bewohner. Laut Iberdrola, das für den Bau des Stausees verantwortlich ist, würden die „Unzufriedenen“ lediglich 1,5 % der Betroffenen ausmachen. Das Unternehmen stelle zudem denjenigen, die keine alternative Unterkunft finden, Container für zwei Jahre zur Verfügung.
Der Bürgermeister von Ribeira de Pena, João Noronha, ist empört und kritisiert das Vorgehen von Iberdrola. Im Hinblick auf die laufenden Enteignungen stellt die Gemeinde ein Grundstück im Zentrum der Stadt für den Bau von 24 Häusern zur Verfügung, wobei Iberdrola die Infrastrukturkosten übernehmen soll. Sollte Noronhas Vorschlag nicht angenommen werden, droht er mit Protestmaßnahmen. „Damit die Arbeiten stattfinden können, müssen die Lastwagen auf unseren Straßen verkehren und hier können wir Iberdrola Schwierigkeiten bereiten.“
Foto: Das “neue” Aldeia da Luz

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