Abenteuerland Monchique

Lúcio Feio ist in Monchique geboren und aufgewachsen. Die Serra de Monchique ist sein Zuhause und es stand für ihn früh fest, dass er sie nie verlassen würde. Als Erwachsener stellte sich für ihn dann die Frage, wie er seinen Lebensunterhalt verdienen sollte. Diesbezüglich kam Lúcio schnell zu dem Ergebnis, dass er im Bereich Naturtourismus tätig sein wollte. „Die Serra de Monchique bietet unglaubliche Bedingungen“, erklärt er begeistert. „Die Landschaft ist traumhaft schön und einzigartig, die Luft pur und gesund. Schon als kleines Kind wanderte ich gerne in der Serra. Aber man kann noch so viel mehr hier unternehmen“. Wichtig war ihm, dass sein Angebot nachhaltig und anregend war. Als er 1999 erstmals Wanderungen anbot, befand sich der Naturtourismus in der Region noch in der Anfangsphase, hatte aber, wie eine kleine Marktstudie damals ergab und mit der Zeit bewies, großes Potential. „Die Menschen wurden immer umweltbewusster und Nachhaltigkeit wurde zu einem festen Begriff“, erzählt er weiter, „Angebot und Nachfrage nahmen zu. Auch in der Algarve. Hier war das Angebot aber nicht sehr breit gefächert.“ Vor zehn Jahren gründete er dann sein Unternehmen Alternativtour, nahm an verschiedenen Ausbildungen teil und integrierte weitere Aktivitäten ins Programm, etwa Mountainbike- und Kanuausflüge oder Klettern. Später auch Paintball. „Zwar passt diese eher kämpferische Aktivität nicht zum Konzept des Unternehmens, denn unser Motto ist es, die Natur zu genießen, doch viele Kunden fragten danach und schließlich beschloss ich, es anzubieten, da es mir ja auch darum geht, die Kunden zufriedenzustellen“, erklärt er. Das Unternehmen entwickelte sich zwar nicht rasant, aber stetig. „Wir wollen auch kein großes Unternehmen sein“, erklärt Lúcio. „Wie bei vielen Dingen im Leben geht es uns um Qualität und nicht um Quantität. Das, was wir erreicht haben, ist ein großer Erfolg, denn die Kunden kehren immer wieder zu uns zurück und empfehlen uns weiter. Ein Zeichen, dass es ihnen gefallen hat“. Anhand seiner Erfahrungen hat Lúcio mittlerweile Kombiprogramme zusammengestellt. Sehr beliebt ist die Monchique Challenge, die aus einer 4 km langen Wanderung von Monchique zum Fóia-Gipfel, Klettern und Abseilen, einer 30 km lange Downhill-Abfahrt und Kanufahren im Stausee Bravura besteht. Ein erlebnisreicher Tag voller Spaß, Bewegung, Herausforderungen und Erfolgserlebnissen – und eventuell Muskelkater am nächsten Tag. Es stehen auch zwei- bis dreistündige Programme zur Wahl, die meistens aus einer Wanderung und einer weiteren Sportaktivität bestehen. Dank einer Kooperation mit dem Rathaus von Monchique steht seit 2011 auch ein Hochseilgarten im Programm. Das Rathaus stellte Lúcio für seine Aktivitäten ein Grundstück auf dem Fóia-Gipfel zur Verfügung, im Gegenzug bietet Lúcio den Schulen der Gegend kostenlos Programme an. Auf dem ein Hektar großen Grundstück kann man Bogenschießen üben, Paintball oder traditionelle portugiesische Spiele wie Petanca ausprobieren oder eine 7,5 Meter hohe Kletterwand erklimmen. Für Kinder gibt es ebenfalls eine kleine Kletterwand und ein Mini-Slide, und sie können einen Eselausflug mit Chico machen. Die Attraktion des Parque Aventura Fóia ist der Hochseilgarten. Dieser besteht derzeit aus zwei Hängebrücken, die in 7,5 Metern Höhe zwischen den Bäumen angebracht wurden, und zwei zirka 100 Meter langen Seilbahnen, die uns nach dem Überwinden der Brücken mit bis zu 40 km/h wieder auf den Boden zurück bringen. „Der Hochseilgarten wird noch weiter ausgebaut“, erklärt Lúcio, „Wir wollen noch mehr Hängebrücken, Draht- und Stahlseile für Balanceübungen anbringen, aber das hängt von den finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens ab“. Stolz ist der Monchiquense auch auf seinen riesigen Traumfänger, der vor dem Eingang der Anlage zwischen zwei Bäumen aufgespannt ist. Er ist doppelt so groß wie der, der derzeit im Guinness World Records als größter der Welt eingetragen ist. Der Parque Aventura da Fóia ist allen Interessierten kostenlos zugänglich. Für die jeweiligen Aktivitäten muss dann allerdings eine Gebühr bezahlt werden. Man kann aber eine Übung so oft wiederholen, wie man will – natürlich müssen dabei auch andere Besucher berücksichtigt werden. Ziel ist es, die im Park angebotenen Aktivitäten so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Innerhalb der Anlage gibt es auch einen Grillplatz, der kostenlos benutzt werden darf. Allerdings muss er vorher reserviert werden, um zu vermeiden, dass mehrere Gruppen gleichzeitig kommen. Zudem ist es möglich, im Park zu übernachten. Im hinteren Teil der Anlage können Zelte aufgestellt werden. Duschen sind jedoch nicht vorhanden.

Anabela Gaspar

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