Solarstromanlage in Alcoutim

In diesem Monat soll in den Gemeinden Martim Longo und Vaqueiros der Bau von Portugals größter Solarstromanlage beginnen. Laut den Betreibern wird die 800 Hektar große Anlage Solara4 jährlich 383 Gigawatt produzieren – ausreichend Strom, um die Stadt Faro zweifach zu versorgen. Während der zweijährigen Bauphase soll das 200 Mio. Euro teure Projekt der Unternehmen WELink Energy und China Triumph International-Engineering Co. Ltd., das nicht subventioniert wird, 200 Arbeitsstellen schaffen – eine positive Nachricht für den ländlichen Bezirk, der stark von der Landflucht betroffen ist.
Nicht positiv ist hingegen die Nachricht für Wanderlustige der Via Algarvia. Vier Kilometer des Wanderweges werden in Zukunft entlang der Solaranlage führen. Der für die Wanderroute zuständige Verein Almargem hatte sich bereits 2015 gegen das Projekt ausgesprochen und bei der portugiesischen Umweltagentur APA ein negatives Gutachten eingereicht. Der Verein sei keineswegs gegen erneuerbare Energien, aber die Lage dieser Anlage sei nicht geeignet. Die Umweltstudie gab dem Projekt nur bedingt grünes Licht. Unter anderem wurde festgelegt, dass die Bauherren Lösungen finden sollten, um die visuelle Beeinträchtigung durch die Anlage für Wanderer zu minimieren. Dies sollte in Zusammenarbeit mit dem für die Route zuständigen Verein geschehen. Doch laut Almargem wurde der Verein weder vom englischen noch vom chinesischen Unternehmen kontaktiert.
Almargem fragt daher, ob der Baustart angekündigt wurde, ohne dass eine Baugenehmigung vorgelegen habe, oder ob die Regierung ein illegales Projekt genehmigte.

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