Sardinen-Fangverbot

Nachdem die Experten des Internationalen Rates für Meeresforschung ICES im Juli ein 15-jähriges Fangmoratorium für Sardinen vor Portugals und Spaniens Küste forderten, soll das Fangverbot nun nur für 2018 gelten. Dieses Fangmoratorium sei nötig, damit sich die Sardinenbestände wieder erholen, so ICES, das als Beratergremium der EU-Kommission bei der Festlegung der Fangquoten fungiert. Laut dem ICES-Bericht ist die Zahl der Sardinen an der Atlantikküste von Portugal und Spanien innerhalb von zehn Jahren drastisch gesunken: 2006 seien es rund 100.000 Tonnen Sardinen gewesen, heute seien es nur noch 22.000 Tonnen.
In einer Erklärung betonte das portugiesische Meeresministerium, dass Sardinen für Portugals Fischer und Konservenindustrie, für den Export und selbst für den Tourismus von strategischem Interesse seien. Eine nachhaltige und verantwortungsvolle Managementpolitik sei daher von höchster Priorität und das Ministerium sei engagiert, die Fangquoten auf einem Niveau zu halten, das die Erholung der Sardinenbestände ermöglicht. Man habe in den letzten Jahren die Fangquoten stets reduziert und darauf geachtet, dass nur ausgewachsene Sardinen an Land gebracht würden. Für 2018 will das Meeresministerium eine Fangquote von 14.000 Tonnen für beide iberische Staaten vorschlagen. Zudem soll ein Projekt vom portugiesischen Meeresinstitut IPMA zur Wiederbevölkerung umgesetzt werden sowie der Fang in bestimmten Zonen verboten und die Schonzeit erhöht werden.
Die Sardine, die einst die Nahrung des Volkes war, könnte also demnächst zum Luxusgut werden und die sardinhadas im Sommer komplett ausfallen.

Share.

Comments are closed.