Prioritäre Behandlung in Notaufnahmen

Wer zuerst da ist, kommt zuerst an die Reihe. Im Gesundheitswesen gelten andere Prioritäten, um dem jeweiligen Grad der Notwendigkeit medizinischer Versorgung zu entsprechen. Gerade die Ärzte in Notaufnahmen müssen an einer eigenen Triage-Stelle entscheiden, welche Dringlichkeit die Versorgung des jeweiligen Patienten hat. Dies wurde nun neu geregelt: Patienten mit gleicher Dringlichkeitsstufe werden jetzt bereits vorab eingeteilt, wenn sie von ihrem Gesundheitszentrum (centro de saúde) oder von der Gesundheitshotline Linha Saúde 24 an das Krankenhaus überwiesen werden. Die Änderung greift nicht für absolute Notfälle, etwa lebensbedrohliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder schwere Unfälle.

Die Maßnahme wurde von der Regierung beschlossen und im Amtsblatt Diário da República veröffentlicht. Der Hintergrund: Im Jahr 2014 – so die jüngsten vorliegenden Zahlen – waren bis zu 40 % der Patienten in eine Notaufnahme gegangen, ohne dass wirklich ein Notfall vorgelegen hatte. Ärzte und Politiker hoffen, dass mit der Neuregelung die Notaufnahmen der Krankenhäu-ser entlastet und die Wartezeiten verkürzt werden. Die Zahl der „nicht dringenden“ Patienten soll auf 4 % der Gesamtfälle in diesem Jahr reduziert werden, im Jahr 2017 auf 2 %. Werden diese Ziele nicht -erreicht, könnten die Krankenhäuser weitere Maßnahmen ergreifen.

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