Portugiesen an der Spitze

1494 schlossen die damals vorherrschenden Seemächte Portugal und Spanien den Vertrag von Tordesilhas ab und teilten die Welt in eine portugiesische und eine spanische Hälfte auf. Soweit wird es sicher nicht wieder kommen und Portugal pflegt solche Bestrebungen auch nicht. Doch in den letzten Jahren hatten Portugiesen einige international bedeutende Ämter inne. Durão Barrosso war Vorsitzender der EU-Kommission, António Guterres Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und seit Januar 2017 UN-Generalsekretär, Vítor Constâncio ist seit 2010 Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank, Mónica Ferro seit März 2017 Vorsitzende des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und Finanzminister Mário Centeno wird in diesem Monat die Führung der Euro–Gruppe übernehmen (s. S. 60). Nun stellt -Portugal António Vitorino als Kandidat für die Führung der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Die Wahl wird im Juni stattfinden. In seiner Laufbahn war er unter anderem Verfassungsrichter, Mitglied des Europäischen Parlaments, Stellvertretender Premierminister und Verteidigungsminister. Zwischen 1999 und 2004 war Vitorino zudem EU-Kommissar für Justiz und Inneres. Die Regierung rechtfertigt die Nominierung mit der „Relevanz, die dieses Thema für Portugal hat sowie die dringende Notwendigkeit auf internationaler Ebene wirksame Lösungen für Migrationsprobleme zu finden“.

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