Mehr Korkeichenwälder

Portugals Korkindustrie will die Korkeichenwälder von derzeit landesweit 737.000 Hektar (23 % des gesamten Waldbestandes) innerhalb der nächsten zehn Jahre um 50.000 Hektar erweitern. Heute stehen 84 % der Korkeichen im Alentejo (Algarve 5 %), doch der Verband der Korkindustriellen APCOR will diesen autochthonen Baum von Nord bis Süd anpflanzen und lässt eine Studie durchführen, um festzustellen in welchen Gebieten er sich besser anpasst und somit schneller wächst und höhere Erträge bringen würde. Vor allem in von Waldbränden betroffenen Regionen sieht APCOR die Möglichkeit Korkeichen anzupflanzen.
Der Verband ist mit seinem Vorhaben nicht alleine. Laut der nationalen Waldstrategie bis 2030, die der Staat Anfang 2017 präsentierte (s. ESA 3/17), sollen Korkeichenwälder um 33 % wachsen. Das größte Korkunternehmen Portugals, Corticeira Amorim, wird in Zusammenarbeit mit zehn Produzenten 500 Hektar Korkeichen anpflanzen; das Wohltätigskeitsprojekt Renascer wird 10.000 Bäume anpflanzen, darunter auch Korkeichen; das Projekt Floresta Comum, vom Umweltschutzverein Quercus und dem Naturschutzinstitut ICNF, sieht den Anbau von 211.000 Bäumen vor, davon 10 % Korkeichen; und das Programm Greencork hat seit 2016 bereits 25.000 Korkeichen gepflanzt.
Zudem macht es angesichts der Erderwärmung Sinn, auf diesen Baum zu setzen“, so João Rui Ferreira von APCOR, da die Korkeiche Dürre erträgt und geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit stellt. Einen weiteren Grund sieht Ferreira in der Beliebtheit von Korkprodukten. „Nicht über ausreichend Kork zu verfügen, um der Nachfrage nachzukommen wäre sehr negativ“, so Ferreira. Portugal produziert 85.000 Tonnen Kork und importiert bereits über 66.000 Tonnen.

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