Meeresschutzgebiet

Das Riff von Armação de Pêra soll Portugals erstes Meereschutzgebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung werden. Dafür soll im Laufe dieses Jahres der Regierung ein Antrag vorgelegt werden, der Anhand einer Studie des Meereswissenschaftszentrums CCMAR der Universität der Algarve ausgearbeitet wird. An dem Prozess beteiligen sich neben dem CCMAR, das Rathaus von Silves, die Stiftung Oceano Azul, der Fischerverband von Armação de Pêra und die lokale Junta de Freguesia.
Das Riff erstreckt sich über 12 Kilometer vom Leuchtturm von Alfanzina bei Carvoeiro bis Galé bei Albufeira. Geologischen Studien von Forschern der Universität zufolge entstand das Riff vor zirka 30.000 Jahren, als der Meeresspiegel anstieg und die damalige Küstenlinie der Region bedeckte. Seine bis zu zwanzig Meter senkrecht abfallenden Steilhänge sind bedeckt mit einer farbenfrohen und verschiedenartigen Unterwasserflora und -fauna. Vor allem vor Armação de Pêra strotzt das Riff von Leben und ist ein wahrer Traum für Meeresbiologen und Taucher. „Gerade hier, wo der Meeresboden flach und sandig ist, ist das Riff von besonderer biologischer Bedeutung, denn es bietet vielen Spezies einen natürlichen Schutz und ist für die frühen Entwicklungsstadien vieler Meeresorganismen wichtig“, erklärt João Silva, Meeresbiologe bei CCMAR. 800 Spezies können dort beobachtet werden. Von Zebra- und Seebrassen über Muräne, Meeraale und Seespinnen bis zu Seeanemonen, Seesternen, Schwämmen und Gorgonien. Zudem bieten diese Gewässer einen großen Reichtum an winzigen Lebewesen wie verschiedene Arten bunter Nacktschnecken. Dort befindet sich auch eine der größten, aus den roten Kalkalgen Phymatolithon lusitanicum bestehenden Maërlbänke Europas, die seit 2012 durch die Habitat-Richtlinie geschützt sind.
„Obwohl der Seegang und die Wassertemperaturen nicht so vorteilhaft sind wie in der Karibik, dem Roten Meer oder dem Mittelmeer, bietet das Riff spektakuläre Unterwasserlandschaften und ist eines der spannendsten und lohnenswertesten Tauchziele in ganz Portugal“, ist Miguel Rodrigues vom Tauchzentrum Dive Spot überzeugt.
Foto: Dive Spot

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