Günter Grass: Begegnungen

Am 8. Dezember um 16 Uhr eröffnet im städtischen Museum in Portimão die Ausstellung Begegnungen mit Kunstwerken des deutschen Nobelpreisträgers Günter Grass.
Die Beziehungen von Günter Grass zu Portugal sind vielfältig. In der Abgeschiedenheit des Landes an der Atlantikküste fand er seit Mitte der 1980er-Jahre in seinem Domizil die Ruhe, die er in Deutschland häufig vermisste. Hier konnte er intensiv an neuen Texten, Bildern oder Plastiken arbeiten oder einfach nur „konzentriert nichts tun“ und die Sonne, die Landschaft und die kulinarischen Spezialitäten Portugals genießen. Fundstücke wie Muscheln, Federn und Steine von den Stränden der Algarve fanden Eingang in seine Werke, wie diese Ausstellung eindrucksvoll zeigt.
Günter Grass bereicherte das portugiesische Kulturleben auch aktiv durch Ausstellungen oder Lesungen. Mit dem portugiesischen Schriftsteller José Saramago, der ein Jahr vor ihm den Literaturnobelpreis erhielt, verband ihn eine langjährige Freundschaft.
Gegen Ende seines Lebens bedauerte Grass, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nach Portugal reisen konnte. In seinem letzten Buch „Vonne Endlichkait“ schreibt er: „Ach, mein verlorenes Portugal, wie fehlt mir // Deine südwestliche Küste.“
Die Ausstellung, die bis Anfang März 2018 läuft, ist ein Projekt des Goethe-Instituts Portugal in Zusammenarbeit mit der Günter und Ute Grass-Stiftung, dem Günter Grass-Haus, dem Museum und der Stadt von Portimão, und wird unterstützt von der Deutschen Botschaft in Lissabon, der Bartholomäusbrüderschaft der Deutschen in Lissabon und Niepoort.

Anm. der Redaktion: In der Druckausgabe wird der 9. Dez. angegeben, da das Eröffnungsdatum vorgeschoben wurde nachdem die Dezember-Ausgabe in Druck ging.

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