Fehlerhafte Demokratie

Die jüngste Ausgabe des Democracy Index 2017 des britischen Magazins The Economist listet Portugal auf Platz 26 unter den „fehlerhaften Demokratien“ der Welt. Während das Land in Sachen Wahlprozess und Freiheiten der Zivilbevölkerung gut abschneidet, lässt das Funktionieren der Regierung und des Parlamentes noch viel zu wünschen übrig sowie die politische Mitsprache der Bürger. Wie die Autoren des Index schreiben, erlaubt eine „fehlerhafte Demokratie“ zwar freie Wahlen, weist aber zudem eine „schwache Regierung, eine unterentwickelte politische Kultur und niedrige politische Partizipation“ auf.
Das Democracy Index 2017 verzeichnete die schlechtesten Demokratie-Resultate weltweit seit 2010. Insgesamt 89 Länder verzeichneten einen Rückgang ihrer Gesamtbewertung gegenüber einer Verbesserung in 27 Ländern. Jedes Land wird in eine dieser vier Kategorien eingeteilt: volle Demokratien (19), fehlerhafte Demokratien (57), hybride Regime (39) und autoritäre Regime (52). Nur die Top-19-Positionen werden von idealen, vollen Demokratien besetzt. Darunter: die Schweiz (Platz 7), Deutschland (Platz 10) und Österreich (Platz 12). Norwegen mit 9,87 Punkten liegt an erster Stelle. Die ausgeprägtesten Rückschritte gab es in Europa: Im Osten des Kontinents gibt es keine einzige „volle Demokratie“. Ein zentraler Faktor für die Verschlechterung: die Polarisierung von Wählerschaft und Gesellschaft.

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