Digital-Steuer

Portugal will sich Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien anschließen und das Steuermodell für die digitale Wirtschaft ändern. Ziel ist es, dass Internetkonzerne künftig nicht mehr nach dem Gewinn, sondern nach ihrem Umsatz besteuert werden und die Steuern dort abführen wo sie ihre Geschäfte tätigen. So soll verhindert werden, dass Unternehmen wie Google, Apple oder Facebook ihre Gewinne in Europa kleinrechnen oder in Niedrigsteuerländer verschieben und der Fiskus in Europa weitgehend leer ausgeht.
„Wir alle kaufen Bücher, Reisen, Kleidung oder Schuhe online. Die digitale Wirtschaft gehört zu unserem Alltag und es ist Unternehmen der Realwirtschaft gegenüber ungerecht, dass die Internetkonzerne nicht besteuert werden.” so António Mendonça Mendes, Portugals Staatssekretär für Fiskal- und Steuerangelegenheiten. Er stimme Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire zu: Die Besteuerung der digitalen Wirtschaft sei „eine Frage der Gerechtigkeit”.
Dass Handlungsbedarf besteht, darüber herrscht Konsens unter den EU-Finanzministern. Umstrittener ist die Frage, wie das Problem zu lösen ist. Im Kern stehen sich zwei Ansätze gegenüber: Der oben genannte mit der Erhebung von Steuern auf den Umsatz der Internetkonzerne und das von Estland vorgelegte Konzept, das am Grundsatz der Gewinnbesteuerung festhält, aber die Regeln an die digitale Wirtschaft anpassen will. Beim ECOFIN im Dezember soll eine Entscheidung getroffen werden.

Share.

Comments are closed.