Bankgebühren erhöht

In den vergangenen Jahren sind die Bank-gebühren in Portugal in die Höhe geschnellt. Wer ein Girokonto haben möchte, zahlt dafür im Schnitt € 63 pro Jahr. Den Banken bringt das pro Tag rund € 5 Mio. ein – im gesamten Jahr 2017 waren es € 1,8 Mrd., so eine Rechnung vom Verbraucherschutzverband DECO. In der ersten Jahreshälfte 2017 machten die Kontogebühren rund 35 % der Einnahmen der Banken aus – 2010 waren es nur 31 %. Die größte zusätzliche Belastung haben ab sofort Kunden der Caixa Geral de Depósitos. Die staatliche Bank hob mit März ihre Gebühren an.
„Es ist eine generelle Erhöhung der Gebühren zu beobachten, über dem Anstieg der Inflation. Diese wird normalerweise als Grundlage verwendet, um die Anhebung zu rechtfertigen“, sagte Nuno Rico von DECO. „Aber in den letzten zwölf Monaten stiegen die Gebühren um 6 % – die fünf größten Banken (BCP, BPI, CGD, Novo Banco und Santander Totta) zogen kräftig an der Preisschraube. Die Inflation lag aber nur bei 1,4 %.“ Innerhalb von zehn Jahren betrug der Anstieg sogar 45 %. Zudem wurden Ausnahmen stark eingeschränkt.
Bei der Caixa Geral de Depósitos bezahlten Jugendliche bisher kein Kontoführungsentgelt. Doch ab sofort ist Schluss mit dem Gratis-Konto. Zudem müssen ab dem 1. April Rentner für Abhebung am Schalter € 1,04 zahlen. Und auch die Kosten für Schecks steigen. Nur Rentner, die weniger als € 870 verdienen, haben noch Vergünstigungen.
Premierminister António Costa wurde mit der Preiserhöhung der staatlichen Bank konfrontiert. Er sagte aber, dass er die „Funktion des Aktionärs nicht darin sehe, in die Management-Entscheidungen einzugreifen“. Kritik kommt vor allem vom Linksblock. Auch die Gewerkschaft CGTP hält es für „inakzeptabel, dass die öffentliche Bank die Kosten weiter anhebt und sogar höhere Gebühren als private Institutionen erhebt“. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sagte hingegen, dass die Erholung der Bank Opfer verlange, die „im Allgemeinen gerechtfertigt sind“.

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