Aliança wieder eröffnet

Das Café Aliança in Faro ist seit Kurzem wieder in Betrieb. Doch statt eines Cafés ist es nun eine Cervejaria, eine Art portugiesischer Biergarten, in dem die traditionellen Bifanas (Brötchen mit Schweineschnitzel) und Pregos (Brötchen mit Kalbsschnitzel) sowie natürlich Bier verzehrt werden können.
Mário Nogueiro, der neue Inhaber, ist in Faro aufgewachsen. „Die Tür des Aliança jahrelang geschlossen zu sehen, hat mir wehgetan“, so der Unternehmer. Er sah das Potenzial des historischen Cafés, das 1908 gebaut wurde und zusammen mit dem Majestic in Porto und dem Brasileira in Lissabon eines der ältesten Cafés im Land ist. Das Aliança war nicht nur ein Café. In den ersten Jahren war dort eine Molkerei untergebracht, später eine Art Börse für Landwirtschaftserzeugnisse. Ab den 1950er Jahren war das Café Treffpunkt Intellektueller und der Gegner des diktatorischen Regimes von António de Oliveira Salazar. Dort wurde – hinter vorgehaltener Hand – Politik diskutiert, Gedichte vorgetragen, Musik gespielt, Fado gesungen. An den Wänden hängen Fotos von Persönlichkeiten, die das Aliança besuchten, darunter die Fado-Königin Amália Rodrigues, der Dichter António Aleixo oder der Liedermacher Zeca Afonso.
Nach neun Monaten Restaurierungsarbeiten hat das Café nun ein neues Gesicht, ist aber der Tradition treu geblieben. Nicht nur, was die wunderschöne Fassade mit dem Löwenkopf betrifft, sondern auch im Inneren. „Frühere Gäste werden das Aliança wiedererkennen“, versichert Nogueira. Lediglich einen Kaffee zu trinken und dabei die Zeitung zu lesen wird weiterhin möglich sein, doch als reines Café wäre Aliança finanziell nicht tragbar, daher beschloss Nogueira auch auf Petiscos (Häppchen) zu setzen. Der Tradition des Aliança getreu, sollen wieder literarische und musi­kalische Abende veranstaltet werden. Nogueiras Ziel ist es, dass das Café Aliança „das Herz von Faro“ wird.
Obwohl das Café seit Jahren geschlossen war, wurde es weiterhin in allen Reiseführern erwähnt und daher standen fast täglich Touristen vor dem historischen Gebäude. Für Nogueira eine willkommene Werbung, die er nun nutzen will.

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