Algarve: Die Maut kommt

Portugals Wirtschaftsminister, Álvaro Santos Pereira, kündigte am Freitag im Parlament an, dass die Maut bis Ende dieses Monats auf der A22 und den restlichen bislang kostenlosen Schnellstraßen im Norden eingeführt wird. Obwohl die Regierung kein genaues Datum nannte, wird der 15. Oktober als wahrscheinlicher Tag der Mauteinführung angenommen.
Trotz dieser Ankündigung protestierten wie geplant am Samstag Hunderte Algarvios. Über 200 Autos und hundert Motorräder trafen sich beim Parque das Cidades (Algarve Stadion) und fuhren von dort nach Faro. Dies war der größte Protestmarsch, den die Kommission der Nutzer der A22 zusammen mit anderen Mautgegnern der Algarve organisierte. Kein einziger Algarve-Bürgermeister nahm an dem Protest teil. Doch aus Andalusien waren mehrere Politiker anwesend sowie Unternehmer und Gewerkschafter. Die Spanier gaben während des Protestes bekannt, dass sie am Europäischen Gerichtshof Klage gegen Portugal einreichen werden, da die Mauteinführung auf der A22 illegal sei. „Diese Straße wurde aus EU-Mittel finanziert und dient der Algarve und Huelva zum wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Austausch“, so José Maria Mayo, von der Volkspartei Partido Popular. Der Vorsitzende der Junta von Andaluzia, José António Griñan, verlangte Erklärungen seitens der regionalen Entwicklungskommission CCDR. Die Kommission der Nutzer der A22 wird, wie bereits angekündigt, bis Ende des Monats eine einstweilige Verfügung einreichen, um zu versuchen, die Mauteinführung zu stoppen.

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