Ein neuer Stern am Kunsthimmel

Keramik & Malerei

Vor kurzem entdeckte Els Gastelaars eine neue Leidenschaft: die Malerei. In ihren Gemälden verarbeitet die Niederländerin vorwiegend ein Thema, das ihren beruflichen Lebensweg prägte

Nachdem Els Gastelaars sich vor 18 Jahren in der Algarve niederließ, fand sie die Zeit, um sich der Töpferei zu widmen. Eine Kunstform, mit der sie sich schon in den Niederlanden beschäftigt hatte, der sie jedoch wegen ihrer beruflichen Tätigkeit in einer Baumschule nicht so oft nachgehen konnte, wie sie es sich gewünscht hätte. In Portugal beschloss die 63-Jährige einen Töpferkurs in der Escola de Artes de Lagoa (ESA 2-16) bei dem mittlerweile verstorbenen Töpfermeister Fernando Rodrigues zu besuchen. Mit ihm lernte sie das traditionelle Handwerk an der Töpferscheibe sowie das Bemalen und Glasieren. Später besuchte sie einen weiteren Kurs bei einer Töpferin in Pêra, die Keramik aus einer moderneren Perspektive angeht. Die Tierfreundin töpfert am liebsten originelle Futternäpfe, die auf Pfoten stehen. Von Futternäpfen für Katzen und kleine Hunde wie Chihuahuas bis zu mehreren Kilo schweren für große Hunde wie den Rafeiro Alentejano oder für eine Dogge. Andere Kreationen sind dekorative Fliesen, Teller, Untersetzer und Obstschalen, aber auch Figuren, die sie mit selbst hergestellten und gemischten Farben und Glasuren fertigstellt und die in der Galerie Côrte Real nahe Paderne erworben werden können.
Im letzten Jahr hat die begabte Keramikerin jedoch den Ton und die Töpferscheibe durch Leinwände, Ölfarben und Pinsel ersetzt. Ihre Leidenschaft und das angeborene Talent unterstützt sie durch Malunterricht, denn das technische Wissen ist Els wichtig. „Im Unterricht lerne ich verschiedene Techniken, Licht und Schatten einzubringen, die richtigen Proportionen zu erzielen“, erklärt sie. Stolz zeigt sie ihre ersten Gemälde. Abstrakte Malereien, weibliche Figuren und vor allem Blumen. „Ich bin noch dabei, meinen Stil zu entdecken, probiere noch mit verschiedenen Techniken“, erklärt Els bescheiden, „doch meine Vorliebe gilt Blumen und Blumenlandschaften.“ Nicht nur blühende Frühlingslandschaften der Algarve mit leuchtend rotem Klatschmohn und gelbem Sauerklee, sondern auch typisch niederländische bunte Blumenfelder oder einzelne Gartenhortensien und Rosen. Als Vorlage dienen Els Fotos, Erinnerungen und ihre Fantasie.
Sie malt am liebsten mit einem Malmesser und experimentiert mit Sand oder Zeitungspapier, um ihren Werken ein Relief zu verleihen. Womit sie hingegen nicht experimentiert, sind Farben, denn Els schwört auf Ölfarben. „Man kann sie in allen möglichen Variationen mischen und zudem trocknen sie nicht so schnell, was in der Algarve, vor allem im Sommer, sehr wichtig ist“, erklärt die Künstlerin, die gerne im Freien in ihrem Garten oberhalb der Marina von Albufeira arbeitet. „Das Licht in der Algarve ist einfach einzigartig und die umliegende Landschaft inspiriert mich“, sagt sie lächelnd.
Im Juni wird Els Gastelaars ihre Bilder im Rahmen der mediterranen Gartenmesse im VILA VITA Parc (s. ESA 3/16) ausstellen. Zudem plant sie für die nahe Zukunft einen Webauftritt, um ihre Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen. Bis dahin kann Els Gastelaars unter blomme52@gmail.com kontaktiert werden.

Text und Foto: Anabela Gaspar
In ESA 04/16

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