Côrte Real

Eine einzigartige Galerie

„Walking into the gallery is like walking into a colorful painting“, heißt es auf der Webseite und den Broschüren der Kunstgalerie Côrte Real. Das ist die perfekte Beschreibung für das, was die Besucher erwartet

Die Entstehung der Galerie Côrte Real fasst Pedro Côrte-Real so zusammen: „Michael Roberts und ich malten nicht nur, sondern kreierten auch andere Kunstobjekte und beschlossen irgendwann, dass wir einen Ausstellungsraum brauchen, in dem sich die Besucher wie zuhause fühlen sollten“. Das war vor nicht einmal zehn Jahren. Die Galerie entwickelte sich rasch zu einer der bekanntesten der Region und zeigt mittlerweile über 30 Künstler aus verschiedenen Ländern wie Portugal, Deutschland, England, Frankreich, Norwegen, Südafrika und den USA. Beim Betreten der Galerie Côrte Real ist der Besucher überwältigt. Statt weiße, sterile Wände und drakonische Einrichtung, wie man es von den meisten Galerien gewohnt ist, dienen die blau und weiß angestrichenen Steinwände eines traditionellen Algarve- Landhauses nahe Paderne den zeitgenössischen Kunstwerken als Kulisse. Gemälde hängen dicht neben- und untereinander, begleitet von Lampen, Leuchtern, Keramikstücken, Schmuck, Skulpturen, Traumfängern und anderen Deko-Objekten. Alles in unterschiedlichen Stilrichtungen, aus unterschiedlichen Materialien, bunt gemischt. Das Ergebnis ist keinesfalls chaotisch. Alles passt harmonisch zusammen, vermittelt eine gemütliche Atmosphäre und die Kunstwerke kommen zur vollen Geltung. Die Einrichtung ist eigentlich perfekt für eine Galerie, da Künstler bekanntlich ihre eigene Ordnung haben. „Zudem haben Interessenten gleich die Möglichkeit zu sehen, wie ein bestimmtes Objekt mit anderem Kunsthandwerk zusammen wirkt“, erklärt Pedro Côrte-Real. Zur Galerie gehört ein kleiner Hof, in dem Kunst- freunde sich mit den Inhabern bei einer Tasse Tee, die den Besuchern angeboten wird, unterhalten können oder sich einfach im Schatten des großen Baumes etwas entspannen und dabei die draußen ausgestellten Keramikstücke und Traumfänger bewundern können. Es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass hier alle Kunstfreunde auf ihre Kosten kommen. Die Sammlung besteht nicht nur aus unterschiedlichen Kunstobjekten, sondern reicht von abstrakten Gemälden zu Realismus und Surrealismus. Von Landschaften zu Personen und Tieren. Algarve-Motive wie die von Jane Skingley, einer englischen Malerin, die eine Vorliebe für weitläufige Strände und den Atlantik hat; Porto-Motive von Julie-Anne Coward; Personen wie die von Bill Bate, einem englischen Maler, dessen Arbeit sich auf den menschlichen Körper konzentriert; oder Lis Petersons Gemälde, bei denen wiederverwertete Materialen wie Zuckerpäckchen in Gemälde integriert werden. Recyceln ist übrigens ein wichtiger Bestandteil der Philosophie der Galerie und vieler der ausgestellten Werke. Die Traumfänger, Bilderrahmen und Spiegel, die Pedro zusammen mit Michael kreiert, bestehen aus Holz, das sie an der Westküste sammeln. Auch zum Einsatz kommen Muscheln von der Ostküste der Algarve. Gepaart werden diese Materialien u.a. mit Schilfrohr, Flaschen und Glasperlen. Wahre Blickfänger sind Michaels extravagante Kronleuchter. Bei ihren Gemälden unterscheiden sich die beiden Künstler; hier kommen ihre Wurzeln und ihr unterschiedlicher Background zum Vorschein. Michael kommt aus England und lebte eine Zeit lang in Paris, Pedro ist gebürtiger Mozambikaner und lebte lange in Porto. Der afrikanische Einfluss ist in seinen Gemälden nicht zu übersehen, denn er arbeitet mit kräftigen, exotischen Farben. Michael malt unter dem Namen Tom Compton Algarve-Landschaften, aber auch abstrakte Gemälde. Beide freuen sich, Kunstliebhaber in der Galerie willkommen zu heißen und sie führen zu dürfen.

Anabela Gaspar

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