Kabarettabend

Kulturexport mit humor und Charme

Am 10. Mai ist es wieder soweit! Beim Lissabonner Kabarettabend ist dieses Mal das Ensemble des Düsseldorfer Kom(m)ödchen zu Gast. Catrin George nahm die Gelegenheit wahr, um einen kurzen Rückblick auf diese Initiative des deutschen Auswärtigen Amtes zu werfen und führte ein Interview mit Kay Sebastian Lorentz des Kom(m)ödchen

Es war eine gute Idee, resümiert der Deutsche Diplomat Nader Amin-Salehi im Rückblick auf sechs Jahre Lissabonner Kabarettabend. Geboren wurde der mittlerweile international etablierte deutsche Kabarettabend aus der Sehnsucht nach heimatlichem Kulturgut im Dienst für Deutschland im Ausland. Es entstand das Konzept, ausgewanderte Deutsche mit einem Stückchen Heimatkultur zu erfreuen und deutschsprachige Bürger im Gastland zu animieren, deutsche Bühnenkunst kennenzulernen. „Wir von der Deutschen Botschaft Lissabon wenden uns an hochkarätige Kabarettisten mit der Bitte, uns bei unserem Konzept, ein freundliches und humorvolles Deutschlandbild ins Ausland zu transportieren, mit einer symbolischen Gage zu unterstützen“, erklärt Nader Amin-Salehi. So ging es 2007 mit dem Projekt Kabarettabend los, zunächst in Belgrad. Und so funktioniert es seit sechs Jahren in Lissabon. Und ebenso in Rom, Istanbul, Sofia, Baku und anderen Städten mit Niederlassungen der Deutschen Botschaft. Das Projekt unterstützen jeweils vor Ort ansässige Firmen und Initiativen durch aktive Mithilfe oder als Sponsoren. In Lissabon unterstützen das Goethe-Institut und die Deutsche Schule Lissabon die mittlerweile zwei Mal jährlich stattfindenden Lissabonner Kabarettabende. An der Algarve sorgt das Hotel Vila Vita Parc für einen angenehmen Aufenthalt der Künstler und die Câmara Municipal de Lagoa stellt das Auditorium Municipal für die Veranstaltung bereit. Catrin George von Kulturpunkt kümmert sich um die Bewirtung der Gäste, und das Glas Sekt „im Stehen“, das von Rechtsanwalt Dr. Alexander Rathenau, zusätzlich zur anteiligen Unterstützung der symbolischen Gage, gesponsort wird. Im Mai heißt es wieder: Vorhang auf! Das Ensemble des Düsseldorfer Kom(m)ödchen ist Gast des ersten Lissabonner Kabarettabends in diesem Jahr. Die Entstehungsgeschichte des Kom(m)ödchen durch seine Gründer Lore und Kay Lorentz liest sich wie ein Abenteuerroman: im Hinterzimmer einer Düsseldorfer Altstadtkneipe beginnen die zwei ehemaligen Studenten eine Kleinkunstbühne aufzubauen, welche am 29. März 1947 mit dem Stück „positiv dagegen“ Premiere feiert. Als Startkapital für Requisite und Licht diente Lore und Kay Lorentz eine Leica-Kamera zum Tausch gegen eine Menge Zigaretten, die sie wiederum gegen Requisiten tauschten. Minimalistische Ausstattung lautete das Credo, sollte doch nicht das Bühnenbild im Vordergrund stehen, sondern die Bühnenkunst. Politischliterarisches Kabarett wollten Lore und Kay Lorentz aufziehen, und das ist ihnen gelungen. Nun führt ihr Sohn Kay Sebastian Lorentz das Kom(m)ödchen. Den Grundsatz seiner Eltern „Wir dürfen Demokratie nicht verplempern“ vertritt er weiter und implantiert gleichzeitig zeitgemäße Impulse. Die jüngst entstandenen Stücke „Couch – ein Heimatabend“ und „Sushi – ein Requiem“ laufen seit acht bzw. vier Jahren vor permanent ausverkauftem Haus in der Düsseldorfer Altstadt. Mit dem jüngsten Programm „Freaks. Eine Abrechnung“ kommt das Kom(m)ödchen Ensemble am 9. Mai in die Deutsche Schule Lissabon und gastiert am 10. Mai im Auditorio Municipal (19 h) in Lagoa. Der Eintritt ist wie immer frei – um Spenden für ein soziales Projekt wird gebeten.

Catrin George

ESA 05/14

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