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MUSIK

Historische Noten
Drei Algarve-Monumente dienen in diesem Sommer als Konzertbühne. Musikliebhaber können Klassik- und Blasmusik in historischem Ambiente genießen
Burg von Paderne

Foto: Simone Marent

Foto: Simone Marent

mposant thront die Burg von Paderne auf einem Hügel und begrüßt alle, die in die Algarve über die Autobahn A2 kommen. Auch in ihrem fast zerfallenen Zustand wirkt das klobige Gemäuer beeindruckend. Vielen bleibt die Burg und ihre historische Rolle jedoch unbekannt. Die Ende des 11. Jh. von den Mauren gebaute Burg war wichtiger Bestandteil der Befestigungskette gegen die christlichen Ritter und ist eines der besten Beispiele für die militärische Architektur in Stampflehmbau aus dieser Zeit. 1280 wurde sie jedoch von Dom Paio Peres Correia und seinen Rittern eingenommen. Danach verlor sie an Bedeutung und nachdem die Bevölkerung im 16. Jh. in den jetzigen Ort Paderne umsiedelte, wurde sie endgültig dem Verfall überlassen. An ihre historische Bedeutung erinnert nur, dass diese Burg eine der fünf ist, die auf der portugiesischen Flagge abgebildeten sind. Innerhalb dieser Gemäuer werden die Musiker des Algarve-Orchesters zusammen mit dem Tenor Fernando Guimarães, dem Bariton Job Tomé und der Sopranistin Alexandra Moura am 10.7. (19.30 h) unter der Leitung des Maestro Pedro Neves, Zoltán Kodálys Orchesterwerk ,,Tänze aus Galánta” und Igor Stravinskys Ballett ,,Pulcinella” spielen. Obwohl unter freiem Himmel soll die Resonanz in der Anlage hervorragend sein. Wer dieses besondere Ereignis erleben will, kann um 17.30 h am Largo do Pé da Cruz in Paderne (bei der Kreuzung, die zur Burg führt) die Tickets ( 8,50) kaufen. Re30

servierungen werden nicht angenommen. Sitzplätze stehen nur wenige zur Verfügung, dafür aber der Transport bis zur Burg. Weitere Info zu diesem Konzert bei dem Algarve-Orchester unter Tel. 289 860 890 und info@orquestradoalgarve.com oder bei der regionalen Kulturbehörde unter Tel. 289 896 070 und geral@cultalg.pt. Im August (28.8., 10.30 h) werden die Ruinen der maurischen Burg von Aljezur einem Konzert des Blasorchesters von Portimão als Bühne dienen. Die Anlage ist eine der eindrucksvollsten im Land, doch auch eine der weniger bekannten. Von hier aus wurde der Fluss von Aljezur verteidigt, der zur Zeit der Mauren befahrbar war und durch den die Siedlung zu einem großen Hafenort wurde. Auch diese Burg verlor nach der Rückeroberung durch die Christen ihre strategische Bedeutung und wurde verlassen. Der Santiago-Ritterorden und später auch König Dom Manuel I (1469 – 1521) ordneten die Renovierung der Mauern an. Das Erdbeben im Jahr 1755 zerstörte jedoch einen Großteil der Anlage. Zwar wurden in den letzten Jahren einige kleinere Renovierungsarbeiten durchgeführt, doch die Burg von Aljezur wartet noch auf ein umfangreiches Auffrischungsprojekt. Ein weiterer Höhepunkt dieser von der regionalen Kulturbehörde organisierten Konzertreihe ist das Konzert des Blasorchesters von Silves am 24.9. um 16.30 h in der Guadalupe-Wallfahrtskapelle, die seit 1924 als nationales Denkmal gilt. Die

kleine, im römisch-gotischen Stil errichtete Kapelle steht zwischen zwei Hügeln nahe Raposeira. Historiker sind sich nicht darüber einig, ob der Templerorden oder Prinz Heinrich der Seefahrer den Bau der Kapelle angeordnet haben. Letzterer soll in der Kapelle stets gebetet haben. Fest steht, dass die Kapelle eines der wenigen historischen Gebäude ist, die dem großen Erdbeben 1755 standhielten und somit eines der seltenen Beispiele der mittelalterlichen Architektur in der Region und das älteste religiöse Gebäude der Algarve ist.
Guadalupe

Dieses Konzert hat außer dem historisch geprägten Ambiente ein weiteres Plus: Angesichts der Größe der Kapelle finden hier nur Konzerte in kleinem Kreis statt. Um dorthin zu gelangen, auf der EN 125 Richtung Vila do Bispo, 2 km vor Raposeira (17 km nach Lagos) rechts abbiegen und zirka 200 Meter nach Norden fahren. Der Eintritt der Konzerte in Aljezur und in Raposeira ist frei.
Anabela Gaspar

ESA 07/11

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