Traditionelle Rezepte, Teil 9

Budens

Die kleine unscheinbare Ortschaft an der EN 125 zwischen Lagos und Vila do Bispo blickt auf eine reiche Geschichte zurück

Die privilegierte Lage nahe dem Meer und vieler Wasserläufe sowie das moderate Klima zogen schon in der Altsteinzeit Menschen in diese Gegend. Im gesamten Bezirk von Vila do Bispo mangelt es nicht an archäologischen Fundstätten mit Funden wie Faustkeilen, Abschlaggeräten und anderen Steinwerkzeugen aus der Acheuléen-Industrie. Es wurden ebenfalls Keramik-Funde aus der Eisenzeit, der Zeit der römischen und maurischen Besetzung entdeckt. Viel bekannter sind die Menhire, von denen es rund 300 im Bezirk geben soll – allein 39 davon nahe Budens. Die Römer ließen sich hier vor allem ab dem 2. Jahrhundert nach Christus nieder. Auch sie hinterließen Spuren, u.a. die Ruinen eines Landgutes westlich von Boca do Rio, die erstmals nach dem großen Erdbeben 1755 entdeckt wurden, sowie Becken, in denen das beliebte Gewürz Garum hergestellt wurde, und mit bunten Mosaiken ausgestattete Bäder. Östlich von Boca do Rio liegt auch die Festung Almádena, von der man glaubt, zuerst den Römern als Tempel und später den Mauren als Moschee gedient zu haben. Vor Boca do Rio sank 1759 übrigens das 60 Meter lange französische Schiff L ́Océan. Sein Anker sowie einige der 80 Kanonen konnten aus der Tiefe des Meeres gerettet werden. Schon im 15. Jahrhundert schrieben die Bewohner von Budens und der Umgebung Portugals Geschichte, als sie mit Heinrich dem Seefahrer auf Entdeckungsreisen gingen. Einige werden namentlich in einer Liste der Schiffsbesatzungen genannt und sogar gelobt; etwa João und Vicente Esteves, die 1457 an einer Expedition teilnahmen. Damals lag Budens noch am Meer. Das große Erdbeben von 1755 und der darauffolgende Tsunami zerstörten alles und zwangen die Menschen weiter ins Landesinnere. Da die Wellen bis zu drei Kilometer ins Landesinnere vorgedrungen waren, suchten die Bewohner einen sicheren Standort, um ihre Siedlung neu aufzubauen. Seitdem schmiegen sich die Häuser von Budens am kleinen Hügel nördlich der Landstraße 125. Ende des 19. Jahrhunderts war Budens eine reiche Gemeinde mit Industrie, die u.a. Fischkonserven, Dach- und Bauziegel herstellte. Die Felder dienten dem Anbau von Getreide, und zwar in solchen Mengen, dass die Gegend um Vila do Bispo auch als „Scheune der Algarve“ bezeichnet wurde. Davon zeugen heute noch die vielen verlassenen Windmühlen. Trotz allem ging die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert stark zurück; von 3.400 im Jahr 1920 auf 1.800 im Jahr 1991. Junge Menschen zogen nach Lagos, Albufeira, Lissabon und auch ins Ausland. In den letzten Jahren wurde die pittoreske Ortschaft jedoch von vielen Touristen entdeckt, die die noch nicht so stark vom Tourismus erschlossene Algarve bevorzugen und sich dort niederließen. Ganz unerschlossen vom Tourismus ist Budens allerdings nicht mehr, denn direkt neben der Ortschaft wurde das Golf-Resort Parque da Floresta gebaut. Trotzdem ticken die Uhren in Budens noch um einiges langsamer und an Stränden wie Burgau, Salema, Boca do Rio oder Furnas kann man ungestört die Sonne genießen.

Land & Meer

Budens Küche ist eine Mischung aus dem, was das Land und das Meer zu bieten haben. Lange lebten die Bewohner von Budens direkt am Meer und auch nachdem sie weiter ins Land zogen, um den Gefahren des Atlantiks auszuweichen, lebten viele weiterhin vom Fischfang. Daher spielt, auch wenn die kleine Ortschaft von weiten Feldern umgeben ist, der Fisch eine wichtige Rolle in ihrer Küche.

Sardinhas Albardadas / Panierte Sardinen

Zutaten: 1 kg frische Sardinen, 2 Eier, Salz, Zitrone, Olivenöl, 100 g Weizenmehl, Wasser, 100 ml Milch

Zubereitung: Die Sardinen in Wasser mit etwas Salz kochen. Danach aufschneiden, die Gräten und Eingeweide entfernen, trocken tupfen, panieren und anschließend in Olivenöl frittieren. Zum Abtropfen auf Küchenpapier legen und zum Schluss mit etwas Zitronensaft beträufeln. Für die Paniermischung: das Mehl mit der Milch, etwas Olivenöl, 2 Eiern und Salz gut vermischen.

Carapaus Alimados / Eingelegte Makrelen

Zutaten: 1 kg Makrelen Salz Essig

Zubereitung: Am Vortag den Kopf der Fische entfernen, die Eingeweide entnehmen und salzen. In Wasser mit etwas Salz kochen, abkühlen lassen, die Haut abziehen und anschließend zwei oder drei Tage in etwas Essig einlegen (die Fische müssen nicht mit dem Essig abgedeckt sein).

Vor dem Servieren mit klein gehacktem Knoblauch, Petersilie, Olivenöl und etwas Essig garnieren.

Dieses Rezept ist übrigens in der gesamten Algarve sehr beliebt.

Pudim Caseiro /Hausgemachter Eierpudding

Zutaten für den Teig: 12 Eier, 1 L Milch, 350 g Zucker, die Schale einer Zitrone, 1 Schnapsglas Portwein

Zubereitung: Die Eier mit dem Zucker verrühren, dann die Milch, die Zitronenschale und den Portwein hinzugeben. Alles gut mischen. Den Boden und den Rand einer großen Puddingform mit selbstgemachtem Karamell auslegen. Die Puddingcreme in die Form geben und im Wasserbad 45 Minuten kochen lassen.

Karamell selber machen – so geht‘s: 100 g Zucker und 2 EL Wasser in einem Stieltopf aus Edelstahl bei schwacher Hitze langsam schmelzen. Zucker goldbraun karamellisieren. Dabei nicht umrühren. Wenn die gewünschte Farbe erreicht ist, den Karamell sofort weiterverarbeiten.

Achtung! Ist die Temperatur zu hoch, kann der Zucker schnell verbrennen.

Share.

Comments are closed.