Traditionelle Rezepte, Teil 8

Monchique

Dank eines besonderen Mikroklimas und ganzjährig sprudelnder Quellen bestimmen sattgrüne Berge und Täler das Landschaftsbild der Serra de Monchique, die aus zwei Granitmassiven besteht; dem 902 Meter hohen Fóia und dem 774 Meter hohen Picota. Die steilen wie flachen Hänge rund um Monchique sind weitgehend terrassiert, abgesichert von mächtigen Granitmauern. Oft schmücken sie die Berglandschaft mit geometrischen Mustern in sattem Smaragd und bringen Bilder von den Azoren oder von Irland in Erinnerung. Dunkel ist die Erde, fruchtbar, reich an Mineralien. Doch trotz dieser günstigen Voraussetzungen stirbt die Landwirtschaft aus. Dafür blüht die Forst- wirtschaft, vor allem durch die Eukalyptusbäume für die Papierindustrie und den Bewuchs zahlreicher Medronho-Bäume, aus deren Frucht der beliebte Schnaps in Dutzenden Destillen in der Serra gebrannt wird. Zu den besonders schönen Pflanzen des Monchique-Gebirges zählen wilder Rhododendron, langstielige, wilde Pfingstrosen und etliche Orchideen. Insgesamt lassen sich in der Serra über tausend Pflanzenarten entdecken, darunter viele subtropischer Herkunft. Hier und da stürzt das Wasser mit voller Kraft aus dem Granit in tiefe Täler, wie beim Wasserfall Barbelote, oder fliesst selbst im Hochsommer schnell zwischen den Steinen und dem überall wachsenden Grün wie beim Barranco dos Pisões (s. ESA 3/13). Auch die Tierwelt ist vielfältig. Adler, selbst die stolzen Königsadler, sind keine Seltenheit. Zu dieser Jahreszeit kann es vorkommen, dass Hunderte von Geiern über dem Picota-Gipfel in die Höhe steigen, um zurück nach Afrika zu fliegen. Wildschweine finden in der Einsamkeit der entlegenen Regionen einen günstigen Lebensraum. Monchique hat auch einiges an architektonischem Erbe zu bieten. Touristen suchen in der Regel gern die Kirche auf, mit ihrem manuelinischen Knoten-Portal das Wahrzeichen Monchiques. Der Ort ist geprägt von engen Gassen und Treppen. An vielen Hausmauern hängen Vasen, es blüht und duftet. Vom ehemaligen Franziskaner-Kloster, das leider weiterhin dem Zerfall überlassen bleibt, blickt man auf den Ort hinab. Caldas de Monchique, das Badeörtchen fünf Kilometer südlich von Monchique, darf nicht unerwähnt bleiben. Schon die Römer schätzten das Quellwasser, in dem später auch Portugals Könige, Adelige und andere betuchte Familien badeten, um ihre Leiden zu kurieren. Die Vegetation ist hier noch üppiger. Viele Pflanzen stammen aus den diversen Teilen des ehemaligen portugiesischen Imperiums. Bekannt ist Monchique auch für seine Gastronomie. Die dort hergestellten Wurstwaren und Schinken genießen, wie der Medronho, einen fast schon weltweiten Ruhm. Dem Geschäft der Medronho- und Honighersteller auf dem Hauptplatz sollte man unbedingt einen Besuch abstatten.

Wurst & Co.

Monchique ist für eine deftige Gastronomie bekannt. Doch es war nicht immer so, zumindest nicht in dem nun vorherrschenden Ausmaß. Die Bevölkerung war arm und lebte praktisch von dem, was die Erde ihr neben selbst gezüchteten Hühnern und Schweinen schenkte. Einmal im Jahr wurden die Schweine geschlachtet. Das Fleisch und die Würste mussten bis zum nächsten Jahr reichen. Doch aus dem wenigen, was sie hatten, zauberten die Monchiquense leckere Hausmannskost!

Grüne Bohnensuppe /Sopa de Feijão

Zutaten: 250 g Grüne Bohnen, 3 mittelgroße Kartoffeln, 3 Karotten, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 Bund junge Speise- rübenblätter (Nabiça), Olivenöl und Salz

Zubereitung: Mit Ausnahme der Speiserübenblätter alles zusammen kochen und pürieren. Anschließend gibt man die Blätter und eine in Scheiben geschnittene Karotte hinzu und lässt die Suppe noch mal kochen.

Bohnen mit Kartoffeln / Feijão com Batatas

Zutaten: 1 mittelgroße Zwiebel, 1 EL Olivenöl, 800 g Rippchen (2 Tage vorher salzen),

150 g Speck, 250 g Grüne Bohnenkerne (feijão catarino) 1 kg Kartoffeln, 300 g Süßkartoffeln, 1 Blutwurst (Morcela), 1 mólhe (auch Bucho de Arroz genannt, eine mit Reis gefüllte, typische Monchique-Wurst), Salz

Zubereitung: Die Bohnen waschen und über Nacht in Wasser einweichen. In dem Olivenöl die gehackte Zwiebel, Bohnen, Speck, gewürzte Rippchen und etwas Salz in einen Topf geben und dünsten.

In Würfel geschnittene Kartoffeln sowie etwas Wasser hinzugeben. Kurz danach die Wurst hinzugeben und wieder zum Kochen bringen. Mit Salz abschmecken.

Klößchen in Milchcreme /Farófias

Zutaten für den Teig: 6 Eier, 750 ml Milch, 3 – 4 EL Zucker, 1 EL Maizena (Stärkemehl), Schale einer Zitrone, 1 Zimtstange

Zubereitung der Farófias: Die Milch mit dem Zucker, der Zimtstange und der Zitronenschale kochen lassen. Das Eiweiß steif schlagen und nach und nach jeweils ein EL davon in die kochende Milch geben und mit einer Schöpfkelle wenden, bis die Klößchen fest sind.

Zubereitung der Creme: Mit etwas kalter Milch Maizena und Eigelb mischen. Dann die Milch, in der die Farófias gekocht wurden, hinzugeben und köcheln lassen, bis die Mischung etwas dickflüssig wird. Die Creme über die Farófias geben und mit Zimt bestreuen.

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