Traditionelle Rezepte, Teil 7

Algoz

Die kleine Ortschaft nördlich der EN 125 ist knapp 20 Kilometer von der Tourismushochburg Albufeira entfernt. Touristen kennen Algoz höchstens von der Durchfahrt auf dem Weg zum Zoo. Dabei gibt es auch hier viel mehr zu entdecken

Archäologischen Funden zufolge ließen sich Menschen bereits in der Urzeit in Algoz nieder. Später, als die iberische Halbinsel in mehrere unabhängige Staaten, die so genannten Taifas, aufgeteilt wurde und Silves unter der Herrschaft von Al-Mutamide für längere Zeit Hauptstadt des maurischen Taifa-Emirates der Algarve war, gewann die gesamte Gegend an Bedeutung. Heutzutage kämpft die kleine Gemeinde des Bezirks Silves gegen Landflucht und Überalterung. Trotzdem, oder genau deshalb, sind hier noch viele Beispiele der traditionellen Architektur zu sehen, darunter das seltene Gebäude einer gemeinschaftlichen Scheune, die zum Monte da Piedade gehörte. Dies war eine Art Landwirtschaftsverein, der 1702 gegründet wurde und einige gemeinsame Scheunen hatte, in denen Weizen gelagert wurden. In schlechten Erntejahren konnten die Landwirte auf diesen Weizen zugreifen und mussten ihn dann mit „Zinsen“ zurückgeben. Auch einen Besuch wert sind die der Nossa Senhora da Piedade gewidmete Hauptkirche und die São Sebastião-Wallfahrtskirche. Die Hauptkirche wurde im 18. Jahrhundert gebaut und verfügt über herrliche Altarbilder aus der Zeit des Barocks und ein neoklassisches Presbyterium. Ebenfalls ein gut erhaltenes und sehenswertes Beispiel der sakralen Architektur im Barockstil ist die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Pilar. Laut den Bewohnern von Algoz soll es im Altarraum eine heilende Quelle gegeben haben. Wer von ihr trank, war auf der Stelle von jeglichem Leid geheilt. Trotz der Nähe zur Küste und deren Tourismuszentren ist Algoz weiterhin ländlich geprägt. Die traditionellen Mandeln, Feigen und Oliven sowie Weizen werden weiterhin produziert, aber es wachsen auch Erdbeeren, Tomaten und Blumenkohl in modernen Gewächshäusern. Vor allem aber wachsen hier Orangen und Zitronen. All dies und vieles mehr (etwa Tiere, landwirtschaftliches Zubehör oder frische Landeier) können jeden zweiten Montag des Monats auf dem Bauernmarkt erworben werden. Weite Flächen werden auch von Weinanbau eingenommen. Zu den bekanntesten Weinbauern des Bezirkes, aber auch der Region und des Landes, zählt die international prämierte Quinta do Barranco Longo von Rui Virgínia. Ebenfalls allerorts bekannt sind das traditionelle und kalorienreiche Süßgebäck der etwas außerhalb von Algoz gelegenen Quinta dos Avós (s. ESA 1/11), das man im gemütlich eingerichteten Teesalon der Quinta genießen kann. Neben den typisch regionalen Bolos Finos aus Marzipan werden u.a. auch die Doces Conventuais, die vor allem aus Eigelb und Zucker bestehen und früher in den Klostern zubereitet wurden, angeboten, ebenso wie Johannisbrot-, Feigen- und Orangenkuchen, Feigen und Mandel-Sterne, Konfitüren, Tees, Liköre und Schnäpse. Interessant sind auch das Alfarroba- und Orangenbrot. Dona Encarnação, die Inhaberin, benutzt fast ausschließlich Produkte vom eigenen Landgut. Zur Quinta gehört auch ein Museum mit liebevoll restaurierten und bunt bemalten Eselskarren, alten Fahrrädern und Geräten aus der Landarbeit. Es lohnt sich also aus mehreren Gründen, in Algoz auf Entdeckungstour zu gehen.

Leicht & lecker

Zur lokalen Gastronomie gehören deftige Gerichte wie Schweinefleisch mit Mais oder Dickbohnen mit Speck und Chouriça. Doch bei den im August herrschenden Temperaturen sind leichte und frische Gerichte beliebter. Daher fiel die Wahl auf nachfolgende Rezepte, die einfach nachzukochen und sehr schmackhaft sind.

Olivenölbrot /Tiborna

Zutaten: Warmes Brot, 0,5 l Olivenöl, 3 Knoblauchzehen, etwas Salz und Essig

Zubereitung: Das Olivenöl mit den gepressten Knoblauchzehen, dem Salz und Essig auf einen Teller geben und mit Hilfe einer Gabel gut vermischen. Dann das Brot in Stücke brechen und in das Olivenöl tunken. So einfach geht es!

Krake in Olivenöl /Polvinho em azeite

Zutaten: 1 große Krake, 1 Zwiebel, Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer, Petersilie

Zubereitung: Die Krake in Salzwasser kochen. Nachdem sie abgekühlt ist, in kleine Stücke schneiden und mit der klein gehackten Zwiebel, mit viel Olivenöl, etwas Essig, Pfeffer und Petersilie mischen.

Kalte Brotsuppe / Arjamolho

Zutaten: 200 g Brot vom Vortag, 300 g reife Tomaten, 4 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel, 1 grüne Paprika, 100 ml Olivenöl, 3 EL Essig, 1 l kaltes Wasser, Oregano und Salz nach Geschmack.

Zubereitung: Die Knoblauchzehen pressen und mit dem Olivenöl und dem Essig vermischen. Das Brot und die Tomaten (ohne Schale und Kerne) sowie die Paprika und die Zwiebel in Würfel schneiden. Mit Oregano und Salz würzen und anschließend das kalte Wasser darüber gießen. Passt perfekt zu gegrillten Sardinen und ist genau das richtige für die heißen Sommertage.

Mandelkügelchen /Queijinhos de Amêndoa

Zutaten für den Teig: 500 g Mandeln, 500 g Zucker, 2 Eiweiß, Eierfäden (s. ESA 1/14)

Zubereitung: Den Zucker mit den geschälten und grob gemahlenen Mandeln sowie dem Eiweiß vermischen und gut durchkneten. Den Teig zwischen den Händen flach drücken, die Eierfäden (Fio de Ovos) auf die Mitte legen und dann ein Kügelchen formen. Zum Schluss die Mandelkügelchen in Zucker wälzen.

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