Kitesurfen

Das Spiel mit Wasser und Wind

Fest mit einem Brett verbunden sein, mit einem großen Segel in der Hand und von der rasenden Geschwindigkeit des Windes mitgezogen werden, dies ist das unvergleichliche Gefühl des Kitesurfens. Die Sprünge der professionellen Kitesurfer sehen spektakulär aus und auch die Grundlagen der Sportart sind in relativ kurzer Zeit zu erlernen

Daniel Loehe eröffnete sein Unternehmen Algarve Watersports im Jahr 2006, doch bevor er sich auf den Weg nach Portugal machte um sein eigenes Projekt zu starten, sammelte er in Holland bereits einige Erfahrungen an einer Kitesurfschule. Aber Kitesurfen war ihm nicht genug, er wollte auch seiner eigentlichen Leidenschaft, dem Surfen nachgehen und eine Vielzahl an Wassersport-aktivitäten anbieten. Dabei dachte er sofort an Portugal, wo keine Region sich dafür besser eignet als die Algarve. Daniel garantiert, dass man in seinem Camp immer auf seine Kosten kommt: Sollte der Wind nicht ausreichen um Kitesurfen zu gehen, hat man noch immer die Möglichkeit zum Wakeboarding, Windsurfing, Stand Up Paddling, Surfing, Yoga oder Pilates. Neben der Vielfalt der Aktivitäten bietet die Sportschule auch Unterkünfte an, die man gemeinsam mit einem Package buchen kann. Für jede Sportart stehen ausgebildete Lehrer zur Verfügung, die dafür sorgen, dass Sport und Spaß sicher miteinander kombiniert werden.

Wir treffen uns um 10 Uhr in Lagos am Camp von Algarve Watersports, der Vila Caliças. Zu Beginn werden die passenden Wetsuits und die dazugehörigen Hüftgurte, auch Trapez genannt, ausgewählt. Durch den Hüftgurt wird die Kraft auf den Körper übertragen und es ist sogar möglich, den Kite mit nur einem Finger zu steuern. Je nach Körpergewicht und Windstärke gibt es den richtigen Kite und die passende Boardgröße, am Anfang sollte das Board jedoch ein wenig länger und breiter sein, da ein großes Board für mehr Auftrieb sorgt und Anfänger davor bewahrt, zu viel Wasser zu schlucken. Das wichtigste beim Kitesurfen ist natürlich der Wind. Dabei orientiert man sich nicht nur an der Windstärke, sondern auch an der Windrichtung. Ein weiterer wichtiger Punkt, besonders für Anfänger, sind die Gezeiten beim Kitesurfen. Das auf- und ablaufende Wasser der Meere sorgen oft für starke Strömungen. Bei einer Windstärke von 1-10 haben wir es heute besonders gut erwischt: Die Windstärke liegt bei fünf.
Nach der richtigen Auswahl der Ausrüstung machen wir uns auf den Weg zum Meia Praia-Strand. Dieser bietet optimale Bedingungen, um in das Kitesurfen ein wenig Einblick zu bekommen. Bevor wir uns in das knietiefe Wasser begeben, wird uns genau beschrieben, wie man einen Kite richtig aufbereitet. Das braucht Zeit, da es wichtig ist, über die Sicherheitsvorkehrungen beim Kitesurfen Bescheid zu wissen. Das Sicherheitssystem besteht aus Quickrelease und Safety Leash auch Sicherungsleine genannt. Begibt sich der Kiter in eine Gefahrensituation, kann er ganz einfach das Quickrelease lösen, was dazu führt, dass der Kite abstürzt und nur mehr mit einem geringem Zug an der Safety Leash befestigt ist. Die Sicherungsleine ist am Trapez befestigt, verhindert das Wegfliegen des Kites und bewahrt davor, andere Surfer und sich selbst in Gefahr zu bringen. Die Kiteausrüstung vor jedem Start zu kontrollieren darf keinesfalls ausgelassen werden. Beim Aufbauen ist es wichtig, den Schirm vorm Wegfliegen zu sichern, am einfachsten, indem man Sand darüber verteilt. Ist der Kite ausgebreitet, geht es weiter mit dem Aufpumpen was ein wenig Kraft in 
Anspruch nimmt. Hat man diese Hürden überwunden, ist man auch schon startklar.
Nun geht es ab in das Wasser. Das Tragen des Kites macht mir keine Probleme. Als es dann aber darum geht, ihn aufsteigen zu lassen und zu lenken, bin ich von der Stärke überrascht. Oft zieht mich der Kite nach vorn, nach rechts oder nach links, ich bin froh noch kein Board unter meinen Füßen zu haben. Die ersten dreißig Minuten habe ich viel damit zu kämpfen um ein Gefühl dafür zu bekommen, doch hat man einmal den Dreh raus, wird es viel einfacher. Zwar zeigt mir der Kite noch immer seine Stärke, indem er mich mehrmals fast in die Luft hebt, aber mein Kitelehrer Borat steht mir immer zur Seite und sorgt dafür, dass ich am Boden bleibe und nicht in die Luft gezogen werde.
Nach einigen Versuchen und Spielereien mit dem großem Schirm darf ich erfahren wie es sich anfühlt zu fliegen. Ich knie mich in das Wasser und halte mich am Kite fest, als ich ihn in die Luft aufsteigen lasse, zieht er mich hinterher und ich schwebe sozusagen über das Wasser: Dazu sagt man Bodydrag. Erneut beweist mir der Kite seine außerordentliche Kraft. Schnell bemerke ich dass ich den Schirm bereits kontrollieren kann und es mir mit nur wenig Kraft möglich ist, die Richtung anzugeben. Es macht einen Riesenspaß, die volle Kraft des Windes zu nutzen und sie trotzdem kontrollieren zu können. Da es mein erster Tag ist, bin ich noch nicht so weit um auf ein Kiteboard aufzusteigen, denn dies benötigt ein wenig mehr Erfahrung, da es sonst nicht nur für mich, sondern auch für die Schüler rund um mich herum gefährlich werden könnte.
Die fünf Stunden vergehen schneller als gedacht und da das Wasser bereits steigt, müssen wir uns auch wieder auf den Weg zurück machen. Beim Ausrasten beobachte ich einige fortgeschrittene Kitesurfer, die sich bereits auf ihren Boards von dem Kitesegel ziehen lassen. Auch mein Lehrer Borat lässt sich das Vergnügen nicht entgehen, nimmt sich die letzten paar Minuten Zeit und zeigt uns was er auf seinem Kiteboard alles kann. Seine Sprünge sahen wirklich spektakulär aus, bis ich soweit bin erfordert es noch viel Übung.

Ein lehrreicher Tag neigt sich dem Ende zu und erneut durfte ich eine neue Sportartart kennenlernen. Borat stand mir immer aufmerksam zur Seite und hat mir in den wenigen Stunden viel beigebracht. Zwar habe ich nicht auf dem Brett gestanden, aber ich habe ein Gefühl für die Stärke des Kites und die Kraft des Windes bekommen. Ein Tag mehr und ich bin mir sicher, ich hätte auch auf dem Kiteboard meinen Spaß gehabt.

Kontakt:
Algarve Watersport
Mob.: (+351) 960 460 800
info@algarvewatersports.com
http://algarvewatersport.com

Text: Eva-Maria Heinrich
ESA 08/15

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