Strand “Fábrica”

Träumen Sie sich hin…

Auf den Traumstränden der Inseln und Nehrungen des Sotavento lassen sich auch im Sommer ruhige Plätzchen finden, um Handtuch, Sonnenliege und den eigenen Luxus-Körper auszubreiten. Hier liegt die Welt im Rücken und vor einem das Paradies

Abseits von Massentourismus und Bettenburgen à la Monte Gordo und Manta Rota übersieht man leicht, wenn man die EN 125 gen Westen rollt, das unspektakuläre braune Hinweisschild Fábrica. Eine schmale Asphaltstraße zweigt nach Süden ab und führt durch eine Allee aus weißen und rosa Oleanderbüschen in das kleine Fischerdorf Fábrica, das unweit von dem historischen Dorf Cacela Velha liegt. Der frühe Vogel fängt den Wurm; der zeitige Besucher hingegen erhascht einen schattigen Parkplatz direkt an der beschaulichen Uferpromenade. Bei Ebbe watet man die Lagune hinüber zu dem wunderschönen Naturstrand der langgezogenen Nehrung, ansonsten nimmt man den Service der Fischer in Anspruch, zahlt 80 Cent und lässt sich übersetzen. Hier ist alles noch so ursprünglich wie am Tag der Entstehung der Ria Formosa. Keine Holzstege, keine Fahnen, keine Bademeister, keine Infrastruktur, kein Service (abgesehen von Rotkäppchen, die Bolas de Berlim verkaufen). Dafür warme und ruhige Gewässer, weißen feinsandigen Strand und Dünen so weit das Auge reicht, und jede Menge Platz für Menschen und Tiere. FKK-Anhänger können sich hier enthüllen und die Salzluft genießen. Fábrica ist einer der wenigen Strände, an denen Hunde toleriert werden, weshalb man dort überwiegend Einheimische und Residenten antrifft. Info: An der Promenade Parkplatz, Kiosk, Restaurant, Toiletten mit Behindertenzugang, ambulante Händler. Eine völlig andere Sphäre, eine Art Mikrokosmos verbirgt sich jenseits der Sardinenstadt Olhão (ESA 7/2011). Wer sich an Bord der Fähre Rio Guadiana begibt und 30 Minuten später den Beton-Pier von Culatra abschreitet, betritt eine autonome auto-freie Zone, eine Enklave der Stille und Schönheit, wo die Uhren langsamer ticken als am Festland. Culatra ist eine harmonische Mischung aus Fischerdorf, Ferienhäusern, ein paar Läden, Cafés, Kneipen, Kirche, Kindergarten und einer Schule, ein Ort wie aus dem Bilderbuch, wo so mancher Besucher vergisst, dass er zum Baden und Sonnen gekommen ist und stundenlang im Schatten eines der Insel-Cafés abhängt und bei Bier und Bicas die Zeitlosigkeit der Idylle aufsaugt wie das Mark des Lebens. Der Weg zum Strand ist lang und führt über einen grau verwitterten nie enden zu wollenden Holzsteg nach Süden zur Atlantikseite, wo eine frische Seebrise den Schweiß aus verschwitzten Gesichtern bläst. Toiletten, Abfallbehälter und ein fröhlicher ISNRettungsschwimmer, mehr gibt’s nicht an der Praia da Culatra, dafür einen Strand, der an Sylt oder Juist erinnert. Hier kann man entspannen, alles fallen lassen, sogar die letzten Hüllen (wenn man sich weit genug vom familiären Publikum entfernt). Für den Strandbummel in Richtung Farol sollte man sich Zeit nehmen, denn hier lassen sich so manche schöne Muscheln finden. Info: Strand bewacht, Abfallbehälter, Toiletten, keine blaue Flagge. Praia do Farol wird dominiert vom südlichsten Leuchtturm Portugals. Direkt nebenan flattert die bandeira azul, die blaue Flagge im Wind, ein sicherer Indikator für sauberes, geschütztes Badevergnügen. Und das hat man hier de facto. Der Strand ist feinsandig und flach, daher ideal auch für Kinder. Zum Chillout mit gutem Flirt-Faktor und zum besseren Überblick auf vorbei schwimmende Delfine und das im Sand buddelnde Jungvolk frequentieren Einheimische und Besucher mit Vorliebe die kunterbunte Strand-Bar Maramais, wo das Bier eiskalt, die Cocktails erstklassig und Service und Samba sehr schwungvoll sind. Es lohnt sich Farol zu erkunden, den schmalen Steinplatten zu folgen, welche die kleinen Häuser verbinden und irgendwie alle zum Fähranleger und zu den strategisch günstig gelegenen Kiosken und Kneipen an der Lagunenseite führen. Klar, hier beginnt und endet jeder Ausflug ­ mit einem Eis, einer letzten Cola, bevor man sich an Bord der Fähre begibt, die einen zurück in die reale Welt bringt. In der Zeit Juli bis September schwillt die Einwohnerzahl des Dorfes auf über 3.000 an, außerhalb der Saison sind die Einheimischen meist unter sich. Info: Bis 15. September fahren die Fähren alle 2 Stunden. Hin- und Rückfahrt kostet 3,10/ Erwachsene, 1,50 Kinder. Hunde und Gepäck gratis. Blaue Fahne, 2 Rettungsschwimmer-Stationen, Erste Hilfe, Toiletten, Liegen- und Sonnenschirm-Verleih, Strand-Bar, Müllbehälter.

 

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