Waterfront Expo

Stadt, Land, Fluss

Vom 2. bis 4. Oktober findet in Lissabon die WaterfrontExpo statt, der bedeutendste internationale Kongress für Planung und Entwicklung von Ufergebieten. Portugal ist nicht nur Gastgeber, die Konferenzthemen betreffen weite Teile des bebauten Landesufers taatsmann, Ingenieur, Mathematiker, Astronom und Naturphilosoph war der Grieche Thales von Milet. Sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung formulierte er: Das Prinzip aller Dinge ist Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück. Thales ging davon aus, dass die Vielfalt der Natur aus dem Wasser entstand, dem einzigen, ihm bekannten Urstoff mit der dafür notwendigen Wandelbarkeit. Es tritt in verschiedenen Formen auf, als Eis, Flüssigkeit oder Dampf. Ohne Wasser kann kein Wesen existieren. Thales von Milet war auch Kaufmann, bemaß die Erträge der Fischer und den Wert des Wassers als Transportweg. Heute befassen sich Architekten, Biologen, Stadtplaner, Juristen, Politiker, Finanzfachleute und Touristikmanager mit den Lehren des Thales unter den Vorzeichen der Moderne. ,,Nachhaltige Städte am Wasser” debattieren in Lissabon 300 Delegierte aus 54 an Gewässern gelegenen Städten aus 30 Ländern auf der WaterfrontExpo 2007, der weltweit einzigen Konferenz zur Entwicklung von Ufer- und Küstenzonen. Aus Deutschland ist Mainz vertreten. Der Name der Veranstaltung wurde zum Fachbegriff der Stadtplanung: Waterfront bezeichnet Stadtteile, die am Ufer großer Gewässer liegen und durch alte, teils nicht mehr genutzte oder neuere und überlastete Häfen, Docks und ufernahe Industrie großräumige, nachhaltige architektonische Eingriffe und Umweltschutz erforderlich machen. Portugals Metropole sei prädestiniert mit seiner Lage am Fluss, mit dem Mar da Palha als gewaltigem Delta, das Meer ist nur wenige Kilometer entfernt. Seit Urzeiten haben sich die Menschen am Wasser angesiedelt. Es diente als Nahrungsquelle und Wasserstraße, seine Nähe ist auch in Zeiten von Schnellstraßen und Flugverbindungen populär. Doch allen Statistiken zufolge existiert weltweit in Städten am Wasser extremer Reichtum der Standortgewinner neben extremer Armut derer, die in der Hoffnung auf ein besseres Schicksal an solchen Orten Zuflucht suchen. Diese Gegensätze sind im Landesinneren nie so ausgeprägt. Für die Waterfront Expo wurden Fallstudien urbaner Entwicklung von kleinen Ufergemeinden bis hin zu MegaStädten erarbeitet, darunter Bahrain, Danzig und auch Vilamoura. Am Beispiel des Algarveortes, der auf 1.600 Hektar als Portugals größtes Tourismusprojekt mit einem Yachthafen und drei Golfplätzen entstand, demonstriert die WaterfrontExpo das Für und Wider bestimmter Bebauungsformen. Die Konkurrenz unter den an Ufern gelegenen Kommunen ist weltweit sehr groß, so steht Ein Golfplatz verbraucht in Trockenzeiten fast so viel Wasser wie eine 20.000-Einwohner-Stadt.

 

 

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